Hyvää Juhannusta!
25. Juni 2010 um 17:20 | Veröffentlicht in Allgemein, Kultur, Norden | 2 KommentareTags: Juhannus, Mittsommer, Sommer
Hallo,
da ja nun gerade die Mittsommerfeste im Gang sind, dachte ich, dass ich kurz vorbeischaue und euch ebenfalls ein schönes Fest wünsche. Zwar ist der Tag in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag – wie in Finnland – aber feiern kann man ja trotzdem.
Hyvää Juhannusta also!
(+ ein, zwei Impressionen von Finnland im Sommer)
Artikel: Studieren in Finnland
21. Juni 2010 um 09:02 | Veröffentlicht in Finnland, Kultur, Literatur, Norden | Hinterlasse einen KommentarTags: Studieren in Finnland, Studium, Tampere
Hallo,
heute gibts für euch einen kleinen Link zum Thema Studieren in Finnland:
Hier (pdf) findet ihr auf den Seiten acht und neun die Schilderungen einer Studentin, die das Land auf diesem Wege besser kennengelernt hat.
Viel Spaß damit!
Konzerttermine IV
16. Juni 2010 um 18:32 | Veröffentlicht in Allgemein, Musik | 3 KommentareTags: Amorphis, Apocalyptica, Disco Ensemble, Ghost Brigade, Indica, konzerte, Tarja Turunen, Tarot, Tracedawn
Hallo,
zwar gibt es von uns momentan keine größeren Artikel, aber immerhin ein kleines Update in Sachen Musik. (Auch die Vokabel der Woche sollte ab jetzt wieder aktualisiert werden. Wortschatzarbeit!)
Im Juli und August gibt es für Deutschland folgende Angebote von finnischen Künstlern:
- Amorphis auf dem With Full Force
- Tarja Turunen & Amorphis auf dem Wacken Open Air
- Tracedawn auf dem Summerbreeze
Im Oktober sind auch Apocalyptica wieder bei uns zu sehen. Ebenfalls im Oktober und im November geben sich auch Tarot die Ehre. Ähnlich liegt auch die Tour der Band Indica.
Edit:
Außerdem gibt es die Möglichkeit Ghost Brigade und Disco Ensemble zu sehen.
Liebe Grüße
Kreative Pause
10. Januar 2010 um 23:04 | Veröffentlicht in Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar
Hallo ihr Lieben,
eine kleine Rückmeldung von uns:
Aufgrund des stressigen Semesters werden wir eine kleine Pause einlegen, bis wir mit unseren Klausuren und der Vorlesungszeit durch sind. In der vorlesungsfreien Zeit aka Semesterferien werden wir dann hoffentlich wieder mit neuer Energie an den Blog herangehen (Mitte Februar).
Bis dahin: Stay tuned!
Liebe Grüße,
Anna & Dana
Finnisches Schulwesen
10. Januar 2010 um 08:00 | Veröffentlicht in Allgemein, Finnland, Politik | Hinterlasse einen KommentarTags: Bildungssystem, Bildungswesen, PISA, Schulwesen
Nach den Pisa-Ergebnissen ist das finnische Bildungssystem immer wieder gelobt worden und viele Politiker hierzulande forderten, dass man sich den Skandinaviern anpassen solle. Dieser Artikel soll daher das finnische Schulwesen einmal näher erklären.
Das Bildungssystem in Finnland wird generell vom Zentralamt für Unterrichtswesen (Opetushallitus) vorgegeben und reguliert, aber durch die Regierung beschlossen. Die oberste Schulbehörde in Finnland ist das Bildungsministerium. Weitere Aufsichten gibt es allerdings nicht, die Bildungsinstitutionen kontrollieren sich praktisch selbst. Andererseits gibt es statistische Erhebungen die mögliche Qualitätsverluste einer Bildungseinrichtung aufzeigen würden. Normalerweise werden die gesetzlich festgesetzten Ziele allerdings erreicht. Die Ausgaben für Bildung liegen deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Schulpflicht besteht in Finnland seit 1921.
Ziel Finnlands ist es, dass Bildungsmöglichkeiten für alle Bürger gewährleistet werden, egal welchen Hintergrund sie besitzen. Neben der Lernmittelfreiheit wird bspw. auch der Transport zur Einrichtung vom Bildungsträger finanziert. Das Bildungsministerium hat die Schwerpunkte Informationsgesellschaft, Unterricht der Mathematik und der Naturwissenschaften, Sprachunterricht und Internationalisierung festgelegt.
In Finnland wird man mit sieben Jahren eingeschult, manche besuchen mit sechs aber schon die nicht verpflichtende Vorschule. Mit drei Jahren hat man Anspruch auf einen Kinderkrippenplatz, grundsätzlich gibt es Kindertagesstätten zur Betreuung bis das Kind sechs Jahre alt ist. Wenn Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen, werden sie finanziell dafür entlohnt.
Die Schulpflicht gilt für neun Jahre ab Einschulung. Diese verbringen die meisten Finnen auf einer Gesamtschule, bei der die ersten sechs Jahre von Klassenlehrern und die letzten drei Jahre von Fachlehrern unterrichtet werden. In den ersten sechs Jahren bleibt man in der Regel nicht sitzen.
Noten gibt es in den ersten vier Klassen nicht, ab dann ist Benotung fakultativ. Ab der siebten Klasse sind Noten dann allerdings verpflichtend. Das Notenspektrum reicht von 4 (nicht bestanden) bis 10 (ausgezeichnet).
Auch die Abschlussprüfung der Gesamtschule ist Pflicht, wenn man weiter zur Schule gehen möchte. Jeder Schüler erhält mindestens jährlich einen Bericht über seine Fortschritte. Optional gibt es auch ein zehntes Schuljahr.
Meist beginnt der Schultag um 8.00 Uhr und endet gegen 15.00 Uhr. Wenn nachmittags unterrichtet wird, erhalten die Kinder ein kostenloses Mittagessen in der Schule. Die Gesamtstundenzahl des Unterricht ist allerdings geringer als bspw. in Deutschland. Das Gerücht, dass es in Finnland nur Ganztagsschulen gibt, stimmt nicht – sie sind auch nicht die Regel.
Lehrer werden, wie in Finnland sonst auch üblich, mit Vornamen angesprochen oder mit ope, der Kurzform von opettaja – Lehrer. Ein wichtiger Teil der Bildung sind Fremdsprachen und Sonderunterricht. Auch das Erlernen von grundlegenden EDV-Kenntnissen steht auf dem Plan. Lehrmaterialien werden komplett von der Schule gestellt.
Nach der Gesamtschule hat man die Wahl zwischen einer allgemeinbildenden oder einer berufsbildenden Sekundarstufe II. Erstere erhält man nach einer Aufnahmeprüfung in finnischen Gymnasien. Hier wird man in einem bestimmten Kurssystem zum Abitur geführt, was in der Regel drei Jahre dauert, wahlweise aber auch um ein Jahr verkürzt oder verlängert werden kann. Die Abiturprüfungen werden zentral gestellt und können bei Nichtbestehen wiederholt werden. Die Prüfungen umfassen obligatorisch die Muttersprache (meist Finnisch oder Schwedisch), eine Fremdsprache (meist Schwedisch, Englisch oder Deutsch) und Mathematik bzw ein weiteres Fach aus der Natur- oder Geisteswissenschaft.
Die berufsbildende Sekundarstufe II ist mit dem deutschen Prinzip der Ausbildung zu vergleichen, so dass auch hier zwischen Arbeit und Unterricht aufgeteilt wird. Mit dem Abschluss einer dreijährigen Ausbildung erhält man in Finnland allerdings auch eine Hochschulzugangsberechtigung.
Etwa jeweils die Hälfte eines Jahrgang entscheidet sich für eine der beiden Sekundarstufen, so dass die Aufteilung relativ ausgeglichen ist. Die Quote der Studienberechtigten pro Jahrgang liegt in Finnland im Schnitt bei 90% (vgl. Deutschland rund 45%).
Das Studium umfasst, wie mittlerweile auch zumeist in Deutschland, die Gliederung Bachelor, Master, PhD – auf Finnisch Kandidaatti, Maisteri, Tohtori. Es gibt keine Studiengebühren in Finnland, zusätzlich erhalten Studenten Unterstützung vom Staat und etwaige Vergünstigungen.
Quellen:
finn-land.net
Bildungssystem in Finnland
Bildungssystem in Finnland.doc
Neujahrsabend in Finnland
27. Dezember 2009 um 08:00 | Veröffentlicht in Finnland, Kultur | Hinterlasse einen KommentarTags: Feiertag, Helldone, Jahreswechsel, Neujahr, Neujahrabend, Neujahrsansprache, Silvester, Tavastia
Analog zu unserer Vorstellung anderer finnischer Feiertage folgt heute ein Darstellung der Neujahrsfeierlichkeiten in Finnland.
Wie in anderen Ländern wird auch in Finnland das alte Jahr gebührend verabschiedet und das neue Jahr entsprechend begrüßt. Die Feierlichkeiten sind traditionell eher offen; Hauptsache dabei ist, dass es ein geselliges Fest wird – ob also nun mit Freunden, mit der Familie oder in der Kneipe. Silvester hat in Finnland einen kleinen karnevalistischen Touch, so dass Masken, Konfetti und Hüte häufig zu den Feierlichkeiten gehören. Dem Alkohol ist man zu dieser Feierlichkeit sicherlich auch nicht abgeneigt.
Zum traditionellen Neujahrsabend gehört in Finnland auf jeden Fall Bleigießen und die anschließende ‘Analyse’ der im Wasser geformten Kunststücke.
Viele Finnen feiern Silvester in der Hauptstadt. Es ist sehr üblich für diesen Tag extra nach Helsinki anzureisen. Für diesen Anlass ist auch die Domkirche besonders herausgeputzt: Spezielle Beleuchtung für den feierlichen Eindruck und eine Bühne für das Abendprogramm. Es muss sich schließlich auch lohnen bei Minusgraden den Abend im Freien zu verbringen. So gibt es dann vor der Domkirche – also im Herzen Helsinkis – einige Feierlichkeiten. Stars aus Musik und Fernsehen sollen den Jahresabschied möglichst schön gestalten.
Finnen die es lieber warm und kuschelig haben, verbringen den Abend in der Hauptstadt dann auf einer der vielen weiteren Feiern, denn meist hat jede Kneipe oder sonstige Location ein eigenes Neujahrsprogramm. Sehr bekannt für dieses „Programm“ ist die Rock-Kneipe Tavastia, die immer zum Jahreswechsel zum HellDone-Festival einlädt. So ist es beinahe schon Tradition mit der Band HIM ins neue Jahr zu feiern. Wer allerdings nicht im Vorfeld schon Karten gekauft hat – meist ist das Festival direkt nach 10 Minuten ausverkauft – kann vielleicht einen kleinen Tipp gebrauchen: Das Restaurantschiff Wäiski hat zu Silvester meist einen Abend mit Livemusik im Programm.
Trotz der normalerweise wirklich kalten Jahreszeit gibt es auch in Finnland Silvesterböller, die aber nur ab 18 Uhr am 31.12 bis 6 Uhr morgens am 01.01 gezündet werden dürfen. Praktischerweise ist es natürlich in Finnland schon früh dunkel und spät hell, so dass Feuerwerk im Winter seine Wirkung kaum verfehlen kann. Wie aber auch in Deutschland ist der Verkauf eingeschränkt: Nur an Personen über 18 Jahren und nur in der Woche vor dem 01. Januar.
Neujahr ist ein Fest der Besinnung und der guten Wünsche für die kommende Zeit. Ähnlich wie in Deutschland beginnt das neue Jahr auch mit der Neujahrsansprache des Präsidenten, der Uudenvuoden Puhe. Diese wird, wie bei uns, im Fernsehen übertragen. Der 01. Januar ist gesetzlicher Feiertag.
Zur abschließenden Veranschaulichung bieten wir euch hier ein paar Fotos des letzten Jahresabschlusses in Helsinki.
Es gibt zwei Aufnahmen eines „sonnigen“ Nachmittags an der See, gefolgt von ein paar Impressionen der Stadt selbst:
Quellen:
finn-land.net
Eigene Erfahrung
Weihnachten in Finnland
13. Dezember 2009 um 08:00 | Veröffentlicht in Finnland, Kultur, Musik | Hinterlasse einen KommentarTags: advent, finnische Weihnacht, Tradition, Turku, vorweihnachtlich, Weihnachten, weihnachtlich, Weihnachtsfriede, Weihnachtsmann
Da es nun stetig auf Weihnachten zu läuft, haben wir uns gedacht, dass es Sinn hat, ein paar finnische Weihnachtstraditionen darzustellen. Daher steht dieser Artikel ganz im Zeichen der finnischen Weihnacht.
Im Gegensatz zu unseren Breiten ist die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in Finnland relativ hoch, was die Stimmung schon relativ früh weihnachtlich stimmt. Die Vorbereitungen auf Weihnachten fangen auch in Finnland ziemlich früh an, so dass man auch schon sehr früh Plätzchen und Weihnachtsdekoration kaufen kann.
Einstimmung bieten auch die vielen betrieblichen Weihnachtsfeiern, die in Finnland Pikkujoulu (dt. „Kleine Weihnachten“) heißen. Diese beginnen manchmal schon Ende Oktober. Beispielsweise gibt es auch jedes Jahr eine Sonderbriefmarke zu Weihnachten.
Zur Vorweihnachtszeit gehört in Finnland traditionell Glühwein (Glöggi), oft auch alkoholfrei und mit Johannesbeersaft. Als Weihnachtsleckereien gibt es Weihnachtssterne und Lebkuchen – Joulutorttu bzw Tähtitorttu und Piparkakku. Die Weihnachtssterne sind kleine Blätterteigteilchen mit Pflaumenmus.
An Weihnachten selbst gibt es meist Weihnachtsschinken zusammen mit verschiedenen Aufläufen aus zum Beispiel Steckrüben oder Kartoffeln, außerdem Heringssalat. Rezepte findet man auch in deutscher Sprache über das Internet relativ einfach.
Hier eine kleine Galerie zur Weihnachtsbäckerei:
Der finnische Weihnachtsmann ist natürlich der einzig wahre und echte Weihnachtsmann, auf Finnisch übrigens Joulupukki. Er wohnt im Berg Korvatunturi in Lappland. Man kann ihn das Jahr über aber auch in Rovaniemi antreffen, wo er seiner Arbeit nachgeht. Die Tradition des Weihnachtsmannes geht auf den skandinavischen julbock zurück. Früher trug der Weihnachtsmann anstatt seiner rot-weißen Kleidung auch eher Schafsfell und hörnerverzierte Maske. Er belustigte und verängstigte die Leute zur Weihnachtszeit und bekam dafür Speis und Trank. Als im 16. Jahrhundert die Menschen begannen Geschenke zur Weihnachtszeit zu machen, nutzte man diese Tradition und kehrte sie zum Überbringer der Gaben um.
Typisch finnisch ist übrigens auch die alljährliche Ausrufung des Weihnachtsfriedens um Punkt 12 Uhr am 24. Dezember in der früheren Hauptstadt Turku. Dieser gilt für drei Tage und seine Ausrufung ist meist durch die Nationalhymne gefolgt. Der Weihnachtsfrieden bedeutet für die Finnen den Wunsch nach einem ruhigen und besinnlichem Fest. Straftaten, die zur Zeit des Weihnachtsfriedens begangen werden, fallen viel stärker ins Gewicht als sonst.
Traditionell ist es Aufgabe des Vaters einen Weihnachtsbaum zu besorgen, meist am 3. Advent. Er ist auch für die Lichter und die Spitze zuständig, danach schmücken entweder die Kinder den Baum oder aber sie werden zum 24. mit einem geschmückten Baum überrascht.
Am Weihnachtsabend gehen viele Finnen in die Kirche, aber auch das Anzünden von Kerzen auf den Friedhöfen ist gängige Tradition – ähnlich wie auf Island. Bevor es allerdings Geschenke gibt, geht man meist in die Sauna – man ist ja schließlich auch in Finnland.
Kommen wir zur Musik. Einige der auch bei uns verbreiteten Weihnachtslieder gibts es in Finnland auch, meist aber mit finnischer Übersetzung. Finnland selbst hat natürlich auch einige klassische Weihnachtslieder, die außerhalb des Landes aber meist nicht bekannt sind. Um einen Eindruck zu bekommen, kann man bei gewissen Videoportalen mal nach „Kun Joulu on“ (Wenn Weihnachten ist) oder „En etsi valtaa, loistoa“ (etwa Gib mir keine Pracht, keinen Glanz) suchen. Oder ihr klickt mal hier rein.
In diesem Sinne noch eine schöne Vorweihnachtszeit.
Quellen:
finn-land.net
Allgemeine Erfahrung
Nationalfeiertag
6. Dezember 2009 um 12:36 | Veröffentlicht in Geschichte, Kultur, Persönlichkeiten | Hinterlasse einen KommentarTags: Empfang, Nationalfeiertag, Unabhängigkeit
Vor nun 92 Jahren erlangte Finnland Unabhängigkeit von Russland, dessen Großfürstentum das Land gewesen war. Am 6. Dezember 1917 verabschiedete das Parlament eine Unabhängigkeitserklärung. Diese wurde am 31. Dezember des gleichen Jahres bei einem Treffen zwischen damaligem Senatspräsidenten Svinhufvud und Lenin in Petrograd förmlich anerkannt. Viele Europäische Länger, so wie Deutschland und die skandinavischen Länder, folgten kurz darauf mit der Anerkennung von Finnlands Souveränität. Nur Großbritannien und die Vereinigten Staaten warteten noch bis 1920 die Unabhängigkeit rechtlich anzuerkennen. Der erste Präsident der jungen Republik wurde 1919 Kaarlo Juho Stålberg.
Der 6. Dezember wird seit einigen Jahrzehnten als Finnlands Nationalfeiertag begangen. Das Fest ist sehr patriotisch geprägt. Es gibt Empfänge, Paraden, Fackelzüge der Studenten und Festtagsgottesdienste. Es ist Brauch, an diesem Tag zwei Kerzen ins Fenster zu stellen.
Mit großer medialer Aufmerksamkeit wird der alljährliche Ball im Palais der Präsidentin verfolgt. Zwischen 1600 und 2000 Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport werden dort empfangen. Im Vorfeld gab es aufgrund der allgemeinen Schweinegrippe-Hysterie Diskussionen darüber, ob der Ball ein zu großes Risiko darstelle. Die Veranstaltung findet aber wie gewohnt statt. Die Feierlichkeiten werden im Fernsehn wie im Internet von vielen Zuschauern live mitverfolgt.
Grüße der Präsidentin zum Unabhängigkeitstag
6. Dezember 2009 um 11:05 | Veröffentlicht in Kultur, Persönlichkeiten | Hinterlasse einen KommentarTags: Nationalfeiertag, tarja halonen, Unabhängigkeit
Independence Day greetings from the President of the Republic of Finland to expatriate Finnish communities, 6 December 2009
Finland is part of a globalising world. We are a Member State of the European Union and are actively involved in international organisations such as the United Nations. Our economy and civil society organisations have also become increasingly international.
More Finns are moving from one country to another. Living abroad for a longer or shorter period is increasingly part of people’s lives. Some leave Finland or come to Finland for work, studies or retirement. People move from one country to another in every stage of life.
You, Finns living abroad, perform important work as ambassadors for Finland and Finnish culture. You play a key role in shaping the image that Finland has in your current living environment. You actively keep in touch with Finland and share your experiences from abroad with us. The work you do abroad and the networks you have created are invaluable. It is important for Finland that your ties to your home country remain strong.
I send you my warmest greetings on the 92nd anniversary of Finland’s independence.
Tarja Halonen
President of the Republic
Quelle: www.presidentti.fi
Jugendschutz in Finnland
29. November 2009 um 12:00 | Veröffentlicht in Film, Politik | Hinterlasse einen KommentarTags: alkohol, Altersgrenzen, Film, FSK, Jugendschutz, Pornographie, VET, Zensur
Manche von euch haben vielleicht vor einigen Wochen die Sendung ‚Genial Daneben‘ gesehen und sich über die finnische Frage dort gefreut. Es ging nämlich um das finnische Pendant zur FSK. Diesen Anlass nutzen wir heute um euch die Selbstkontrolle bei Filmen und Spielen näher zu bringen und auch einmal über das Thema Zensur in Finnland zu sprechen und die Medienlandschaft etwas näher zu beleuchten.
Für Filme, ob nun auf DVD oder im Kino, und auch für Spiele oder generell für Medien im weitesten Sinne, gibt es in Finnland Kontrollinstanzen. Für die Altersfreigaben im Bereich Film und Fernsehen ist die Valtion Elokuvatarkastamo (VET) zuständig, die staatliche Filmkontrolle.
Wie in Deutschland von der FSK auch, werden Filme, bevor sie in den Verkauf oder ins Kino gelangen, von der VET überprüft und eingestuft. Die Altersbegrenzungen sind bindend und werden stark kontrolliert. Eingeteilt sind diese Altersbegrenzungen in die Abschnitte ab drei, sieben, elf, 13, 15 und 18, wenn die Filme von der VET überprüft wurden. Wenn der Filmverleih auf eine Einstufung verzichtet, ist der Film automatisch ab 18. Da Einstufungen den Verleih Geld kosten, verzichten manche auf die Überprüfung durch die VET, wie zum Beispiel der Verleih von „Unsere kleine Farm“ – was zur Folge hat, dass eben jene Serie in Finnland ab 18 verkauft wird.
Die einzige Ausnahme bezüglich der Altersbegrenzungen ist ähnlich geregelt wie bei uns: Unter Begleitung eines Erziehungsberechtigten dürfen Kinder bis zu zwei Jahre früher in einen Film – also ein 13-jähriger kann mit seinem Vater in einen Film ab 15 gehen. Allerdings gilt diese Regel nicht bei Filmen mit Freigabe ab 18.
Jugendschutz in Finnland ist noch an anderen Stellen angebracht, wie zum Beispiel beim Alkohol. Finnland hat den Ruf, dass Alkohol im Land gekauft fast unbezahlbar ist. Außerdem wird Alkohol ab 4,9% nur noch in Läden des staatlichen Kette Alko verkauft. Diese Tatsachen blicken auf eine Lange Entwicklung zurück, die damit begann, dass das Schnapsbrennen per Gesetz ab 1866 verboten war. Trotz zahlreicher Proteste wurden auch regionale Alkoholverbote eingeführt, so dass gegen Ende des 19. Jahrhunderts Finnland, mit 1.5l pro Kopf Verbrauch, das trockenste Land weltweit war. Die Arbeiterbewegung sprach sich schon 1906 für ein landesweites Alkoholverbot aus, umgesetzt wurde dies aber erst 1919.
Durch das generelle Verbot entwickelte sich ein blühender Handel und Schmuggel und erst 1932 wurde das Verbot in Städten wieder aufgehoben, auf dem Land sogar erst 1968. Herstellung und Handel unterliegen seitdem dem Alko-Monopol.
Die 15- uns 16-jährigen bilden derzeit dennoch die Gruppe der stärksten Alkoholkonsumenten, auch wenn sie – ähnlich wie in Deutschland – noch keinen Alkohol kaufen und konsumieren dürften. Selbst Verkauf von Bier oder niedrigprozentigem Alkohol ist erst ab 18 Jahren freigegeben.
Weitere Bereiche für den Jugendschutz findet man im Internet. Aber auch das Internet für sich genommen bietet schon genug Handlungsspielraum. Wie wir bereits berichtet hatten, versucht man in Finnland auch die Polizei „online“ zu bekommen, so dass man mit den Bürgern in besserem Kontakt steht. Außerdem wird in Finnland auch das Internet auf jugendgefährdende Inhalte überwacht und bei manchen Dingen wird gegebenenfalls auch eine Sperre verhängt.
So sind Seiten mit Kinderpornographie in der Theorie in Finnland nicht aufrufbar – soweit sie denn bereits gemeldet und gesperrt wurden. Des Weiteren werden auch andere Homepages gesperrt, wenn es den zuständigen Behörden sinnvoll erscheint. So zum Beispiel Seiten, die auf kinderpornographische Inhalte verlinken.
Im Dezember 2007 schickte die Keskusrikospoliisi (dt.: nationale Ermittlungsbehörde) daher eine ‚Schwarze Liste‘ mit zu sperrenden Seiten an Finnland Internetprovider. Die Sperrung der Seiten war freiwillig, das Kommunikationsministerium drohte aber die Sperrungen verpflichtend zu gestalten, sollte ihnen nicht nachgekommen werden.
Nachforschungen in Finnland ergaben, dass ein Großteil dieser Seiten allerdings keine Kinderpornographie, sondern lediglich legale Pornographie enthielt und es somit eigentlich keine Beanstandung geben dürfte. Zumal auch einige Seiten zu sperren waren, die überhaupt keine pornographischen Inhalte hatten. Aufgrund dieser Entdeckungen wurde Rufe bezüglich der Zensur laut. Man wirft der Regierung vor, Seiten gezielt vom finnischen Volk fernzuhalten, obwohl dafür keine juristischen Gründe vorliegen.
So wurde auch die Seite die über diese angebliche Zensur berichtete auf die ‚schwarze Liste‘ der Polizei gesetzt und kann daher nur noch über bestimmte Provider eingesehen werden. Mitglieder der Regierung und der Polizei sind über diese Sperrung geteilter Meinung. Der Streit über diese Jugendschutzmethoden hält weiterhin an und ist sicherlich auch mit kritischen Blicken zu betrachten.
Quelle:
lapsiporno.info
effi.org
vet.fi
finn-land.net
Wintersport in Finnland
22. November 2009 um 13:50 | Veröffentlicht in Geschichte, Sport | Hinterlasse einen KommentarTags: Kuopio, Kuusamo, Lahti, Langlauf, Nordische Kombination, Puijo, Ruka, Skispringen, Weltcup

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Es ist wieder so weit: Wintersportsaison! Ganz vorne mit dabei ist natürlich auch Finnland. Wohl aufgrund seiner nördlichen Lage dürfen finnische Städte früh zu Beginn und dann wieder gegen Ende Gastgeber sein. Als nächstes kann man das Städtchen Kuusamo, bzw. das dort gelegene Wintersportzentrum Ruka im Fernsehen begutachten. Hier findet seit 2002 der Weltcup-Auftakt im Skispringen (fin.: mäkihyppy), Skilanglauf (fin.: maastohiihto) und in der Nordischen Kombination (fin.: yhdistetty kilpailu) statt. In diesem Jahr ist das vom 26. – 29. November. Das genaue Programm findet sich hier: www.nordicopening.com
Kuusamo liegt in der Provinz Oulun Lääni, 100 km südlich vom Polarkreis und nahe der Grenze zu Russland. Das Gebiet ist eins der schneereichsten Finnlands. Die erste Piste von Ruka wurde im Jahr 1954 eingeweiht. Der erste Skilift folgte 1957. Dieser Lift war 310 Meter lang und brauchte pro Strecke eine Minute und 20 Sekunden. 80-90 Wintersportler konnten so in einer Stunde befördert werden.
Etwas weiter südlich, bei der Stadt Kuopio, befindet sich ein weiteres großes Wintersportgebiet: Puijo. Der Hügel ist gut zu erkennen am großen Aussichtsturm, von dem aus man die schöne Seenlandschaft rundherum bewundern (und besonders gut fotografieren) kann. Auf, bei und um Puijo gibt es mehrere Skisprungschanzen, zwei Skipisten und ein weites Loipennetz. Ganz mutige Skisprungfans haben die Möglichkeit unter Anleitung von einem Trainer selbst einmal auf einer kleinen Schanze einen Sprung zu wagen.

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Skisprung hat eine lange Tradition in Kuopio. Der erste Skisprungwettkampf fand bereits 1886 statt. Die erste richtige Schanze wurde im Jahr 1901 gebaut. 1949 wurde die erste große Schanze gebaut. Sie war aus Holz und der erste Rekord auf ihr betrug 86 Meter. Später wurde auch die 100 Meter Marke geknackt. In den 70er Jahren bekam diese Schanze einen „Plastik-Überzug“, sodass man ab nun auch im Sommer trainieren konnte. Der erste Weltcup fand im Jahr 1995 in Puijo statt, weil es in diesem Jahr sehr warm war und es in Mitteleuropa zu wenig Schnee gab, um irgendwelche Skisportwettkämpfe zu veranstalten. Der nächste Weltcup ist am 8. und 9. März 2010 in Puijo. Das genaue Programm ist hier zu finden: imanager.ip-finland.com/puijon_hiihtoseura
Ein drittes großes Skisportgebiet Finnlands befindet sich in Lahti. Die Stadt liegt nur 100 km nördlich von Helsinki und ist vermutlich aufgrund dieser sehr leichten Erreichbarkeit besonders bekannt und beliebt bei internationalen Gästen. Skispiele in Lahti gehen auf das Jahr 1923 zurück. Ein Herr Lauri Pihkala hatte damals die Idee, Lahti als Skisportort zu etablieren, weil die Stadt recht zentral liegt und die Landschaft vielfältige Möglichkeiten bietet. Die ersten großen Winterspiele fanden schon bald darauf, im Jahr 1926, unter dem Namen Kongress Games statt. 15 Nationen fanden damals ihren Weg nach Lahti und das Gebiet gewann größere Bekanntheit, die seit dem – mit Unterbrechung durch den Krieg – stetig zunahm.
In Lahti gibt es nahe der Skisportzentrums für theoretisch Interessierte ein Skimuseum, wo man unter anderem einen Skisprungsimulator ausprobieren kann. Eine raffinierte Idee ist zudem, dass das Skistadion im Sommer zu einem Schwimmbad umgebaut wird. Das heißt Schwimmen am Fuße der Skisprungschanzen.
Der nächste Weltcup in Lahti findet vom 4. März bis zum 7. März 2010 statt. Das Programm gibt es auf dieser Seite: lahtiskigames.com
Quellen: http://www.skispringen.com , lahtiskigames.com, puijon hiihto seura, www.nordicopening.com
Pilotenstreik bei Finnair
16. November 2009 um 14:33 | Veröffentlicht in Nachrichten aus Finnland | Hinterlasse einen KommentarTags: Finnair, Flug, Fluggesellschaft, Streik
Heute begann der Pilotenstreik bei Finnair. Alle heutigen Finnairflüge wurden daher gecancelled. Tausende von Reisenden sind hiervon betroffen. Finnair sagt, der Streik sei ein schwerer finanzieller Schlag, aber die Piloten äußern, dass sie ihren Standpunkt bezüglich der Produktionsverlagerung nicht bewegen werden. Es wird gehofft, dass die zwei Parteien Anfang dieser Woche wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren werden.
Obwohl der Streik offiziell um Mitternacht begann, waren Betriebsstörungen bei Finnairflügen bereits Sonntag sichtbar. Alle europäischen und einheimischen Flüge von Helsinki mit einem planmäßigen Rückflug am Montag wurden gecancelled, ebenso wie fast alle Langstreckenflüge.
Taneli Hassinen, Finnairs Kommunikationsleiter, legt die finanziellen Probleme dar, die der Streik der Fluggesellschaft bereiten wird: Er sagt tägliche Verluste von 2,5 bis 5 Millionen Euro voraus, die zusätzlich zu den bereits bekannt gegebenen Verlusten 140 Millionen Euro kommen.
„Dies ist keine Angelegenheit von Geld oder Pensionierungsalter“, sagt Kristian Rintala, Präsident des Verbandes finnischer Piloten. Er fügt hinzu, dass Finnair mit dem Einsatz von ausgegliedertem Personal bei seinen eigenen Flügen begonnen hätte, auch wenn der Streik nicht begonnen hätte.
Quelle: www.yle.fi
Finnair beschließt neues Bonusprogramm
14. November 2009 um 09:59 | Veröffentlicht in Kultur, Nachrichten aus Finnland | Hinterlasse einen KommentarTags: Finnair, Fluggesellschaft, Schönheitsoperation
Die internationalen Medien sind auf Finnair aufmerksam geworden: Denn die finnische Fluggesellschaft hat ein neues Bonusprogramm. Eigentlich nichts neues, denn wer viel mit Finniar unterwegs ist, kann seine gesammelten Punkte gegen Prämien eintauschen. Neben relativ normalen elektronischen Geräten wie Kaffeemaschinen und Digitalkameras gibt es allerdings Neuigkeiten bei der Prämienauswahl: Mit genug Punkten kann man sich nun eine Schönheitsoperation ertauschen. Allerdings müsste man für einen neuen Busen schon ziemlich viel fliegen, ein paar hundert mal um die Welt nämlich. Haartransplantation und Facelifting gibt es auch im Programm.
Es wird vermutet, dass diese Prämien vor allem PR bringen sollen – denn die Anzahl der Fluggäste von Finnair war im vergangenen Jahr um 11% zurück gegangen.
Quelle: gmx.de
Helsinki richtet- vielleicht – die Leichtathletik-Europameisterschaft 2012 aus
10. November 2009 um 16:24 | Veröffentlicht in Kultur, Nachrichten aus Finnland, Sport | Hinterlasse einen KommentarTags: Helsinki, Leichtathletik-Europameisterschaft, Sport
Helsinki hat eine Ausschreibung gewonnen, die Leichtathletik-Europameisterschaft 2012 zu beherbergen. Die Pläne könnten jedoch aufgrund von Unsicherheiten bezüglich der Ausstrahlung vereitelt werden.

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Die einstimmige Entscheidung wurde vom European Athletics Council Montag Nachmittag getroffen. Sie ist aber abhängig davon, ob eine Lösung gefunden wird, wer die Kosten für die Ausstrahlung tragen wird.
YLE, die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Finnlands, hat geäußert, dass es das Event für die Ausstrahlung produzieren würde, so lange es nicht die Rechnung hierzu aus eigener Tasche bezahlen müsse.
Finnland hat noch Zeit bis zum 15. Dezember, um eine Lösung für das Problem zu finden. Andernfalls riskiert das Land die Spiele wieder zu verlieren. Die European Athletics Association, welche die Übertragungsrechte besitzt, unterhält nun Gespräche mit der European Broadcasting Union, um eine Lösung zu finden.
Helsinki hat bisher zwei Mal die Leichtathletik-Europameisterschaft beherbergt: 1971 und 1994.
Quelle: www.yle.fi
Lustige finnische Grammatik 1: Die Infinitive
8. November 2009 um 12:47 | Veröffentlicht in Sprache | 4 KommentareTags: Abessiv, Adessiv, finnisch, Infinitiv
Dass die finnische Sprache für uns Indoeuropäer recht komplex aufgebaut ist – mit vielen Kasus und so – ist wohl recht weit verbreitet. Wenn man sich etwas tiefer mit der Sprache beschäftigt, stößt man bald auf noch irritierendere Teilaspekte, für die man seinen Lehrer bzw. sein Lehrbuch erst mal perplex anstarren möchte. Ein paar davon werde ich in Zukunft vorstellen. Heute geht es los mit den vielen Infinitiven und all den lustigen, komplexen Dingen, die man mit ihnen innerhalb eines Wortes ausdrücken kann. Falls ich aus meinem linguistischen Luftschloss heraus Ausdrücke verwende, die kein Mensch versteht, so beschweret euch bitte.
Die vielen Infinitive des Finnischen
Das finnische Verb gibt sich nicht wie das deutsche mit nur einem Infinitiv zufrieden – es hat gleich vier. (Solche Einteilungen sind je nach Grammatiker unterschiedlich. Ich halte mich hier an Eva Buchholz)
Der sog. 1. Infinitiv entspricht erst einmal ganz langweilig dem deutschen „normalen“ Infinitiv (laulaa – singen). Man kann aus ihm aber noch etwas Spannendes basteln, indem man ein -kse und ein Possessivsuffix anhängt (laulaakseni). So lässt sich eine um-zu-Konstruktion oder eine eingeschränkte Wahrnehmung (soweit ich weiß, soweit ich sehe, …) ausdrücken.
Der 2. Infinitiv hat kein -a- mehr am Ende sondern ein -e-. Dort kann man nun zwei bestimmte Kasusendungen (ja das, was sonst vor allem an Nomen kommt) anhängen und so entweder eine Temporalkonstruktion (laulaessani – als/während ich sang) oder eine Modalkonstruktion, also die Art und Weise einer Handlung, (laulaen – singend) ausdrücken. Sehr platzsparend. Im Deutschen braucht man dafür meistens gleich einen ganzen Nebensatz.
Der 3. Infinitiv lässt sich durch ein -ma- erkennen, an das noch eine Kasusendung angehängt wird. Das kann zum Beispiel einer der drei äußeren Lokalkasus sein. Mit dem „innen-drinnen-Kasus“ Inessiv (-ssa/-ssä) kann man eine Handlung beschreiben, die gerade passiert, und das Verb neben oder anstelle einer Ortsangabe einsetzen (laulamassa – beim Singen). Beim „von-innen-weg-Kasus“ Elativ geht das analog mit der Bedeutung „woher“ (laulamasta – vom Singen). Es ergibt ja auch ein bisschen Sinn, gerade diese Kasus zu gebrauchen. Aus indoeuropäischer Sicht etwas weniger sinnhaftig ist, dass einige abstrakte, eine Handlung abwendende Verben, so wie „verbieten“ auch nach dem 3. Infinitiv mit Elativ verlangen: Isä kieltää lasta laulamasta – Der Vater verbietet dem Kind das Singen. Der dritte Kasus in der Runde ist der „in-hinein-Kasus“ Illativ. Damit kann eine Bewegung irgendwohin ausgedrückt werden (laulamaan – zum Singen). Es gibt aber auch – wie schon beim Elativ – einige abstrakte, dynamische Verben, die mit Illativ stehen wollen. Außerdem gibt es Konstruktionen mit Adjektiven, wo das notwendig ist: Olen huono laulamaan – Ich bin ein schlechter Sänger. Aber das soll nun nicht in seiner ganzen, verwirrenden Tiefe analysiert werden. Denn es gibt ja noch einige lustigere Dinge, die man mit dem dritten Infinitiv ausdrücken kann.
So kann man sagen, dass man etwas tut, indem man etwas Bestimmtes tut (mit dem Kasus Adessiv) oder ohne etwas Bestimmtes zu tun (mit dem Kasus Abessiv). Maria oppii suomea laulamalla – Maria lernte Finnisch durch Singen. (Wie auch immer sie das geschafft hat… Es ist ja nur ein Beispiel). Im „ohne-zu“ Fall fällt mir erst recht kein sinnvolles Beispiel mit dem Verb „laulaa“ ein. Also eben ein sinnloses: Maria oppii suomea laulamatta. – Maria lernte Finnisch ohne zu singen.
Durch Anhängen von -maisilla- und einem Possessivsuffix kann man ausdrücken, dass eine Handlung fast durchgeführt wird oder vielleicht auch nicht: Isä oli laulamaisillaan mukana jokaisessa laulussa – Der Vater war nahe dabei, in jedem Lied mitzusingen.
War das letzte Beispiel schon eher ungebräuchliches Finnisch, folgt nun mit dem 4. Infinitiv eine Ausdrucksform, die man wirklich so gut wie gar nicht mehr antrifft. Dieser Infinitiv wird mit dem Verb olla (sein) verwendet und drückt „müssen“ oder „nicht sollen“ aus. Er sieht dabei aus wie eine Substantivierung. Ein Beispielsatz mit laulaa fällt mir hier beim besten Willen nicht ein. Daher ein anderes Beispiel: Tänne ei ole tulemista – Hierher soll man nicht kommen.
Und hiermit endet unsere Reise durch die bunte Welt der finnischen Infinitive. Bald geht es weiter zu Kasus, die aussehen wie andere Kasus, Sätzen ohne Subjekt und den schillernden Verwendungsmöglichkeiten des Partitivs.
Quelle: Buchholz, Eva: Grammatik der finnischen Sprache. Bremen: Hempen Verlag, 2004.
Morgen Fennistik Symposium an der Universität zu Köln
5. November 2009 um 10:45 | Veröffentlicht in Termine | Hinterlasse einen KommentarTags: 1809, köln, symposium
Zur Erinnerung möchten wir noch einmal auf das Symposium „1809 – Vom Ende und Anfang der finnisch-schwedischen Beziehungen“ hinweisen, das Morgen, am 6.11. an der Universität zu Köln stattfinden wird. Es werden sich dort einige internationale Größen aus der Fennistik tummeln.
Hier die Beschreibung der Veranstalter selbst:
„Im Jahr 2009 jährt sich die Auflösung des jahrhundertelangen schwedisch-finnischen Reichsverbandes 1809 und die Errichtung des autonomen Großfürstentums Finnland. Damit werde Finnland, so verkündete der russische Zar Alexander I. 1809 auf dem Landtag von Borgå/Porvoo, “placée désormais au rang des nations”. Tatsächlich gilt die Zeit zwischen 1809 und 1917 als zentrale Phase des finnischen nation building.
Das Institut für Skandinavistik/Fennistik, derzeit in der Bundesrepublik Deutschland das einzige mit besetzten Lehrstühlen sowohl in der Fennistik als auch Skandinavistik, möchte aus diesem Anlaß am 6. November 2009 zu einem eintägigen Symposium nach Köln einladen. Das Thema dieses Symposiums – “1809 – vom Ende und Anfang der finnisch-schwedischen Beziehungen” – soll markieren, daß nicht so sehr der vieluntersuchte finnische und schwedische Nationalisierungsprozeß nach 1809 fokussiert werden soll, sondern das Jahr 1809 vielmehr aus geschichts‑, sprach‑ und literaturgeschichtlicher Perspektive als Anfang finnisch-schwedischer Beziehungen im eigentlichen Sinne gesehen werden sollte. Damit verknüpft ist auch die Frage nach den kulturellen Beziehungen vor 1809 jenseits einer nationalorientierten Historiographie.
Prinzipielle Konferenzsprachen sind Deutsch, Englisch und Schwedisch. Wegen fehlender Dolmetscherkapazitäten und aus Rücksicht auf das fachfremde sowie das studentische Publikum werden Deutsch und Englisch präferiert.“
Quelle: http://skanfen.phil-fak.uni-koeln.de/
Dort findet sich auch das genaue Programm sowie eine Anfahrtsbeschreibung.
Geschichte der Kaffee-Weltmeister
4. November 2009 um 19:42 | Veröffentlicht in Essen, Geschichte, Kultur | Hinterlasse einen KommentarTags: Kaffee
Finnland ist ein Land vieler Rekorde und auch für Besucher schnell ersichtlich ist die Liebe zum Kaffee. Laut Statistik ist Finnland das Land mit dem höchsten Kaffeekonsum pro Kopf: An die fünf Tassen des bitteren Getränks verdrückt ein Finne statistisch pro Tag.
Kaffee war nicht immer so leicht zu bekommen und sein Genuss hatte auch nicht grundsätzlich bei jedem so ein hohes Ansehen. Anfang des 18. Jahrhunderts fand er seinen Weg nach Finnland, allerdings zuerst in die Städte und höheren Sozialschichten. 1756 wurde sein Genuss dann aber erst mal im gesamten Schwedischen Reich (wozu Finnland gehörte) verboten – daran hat sich bloß kaum jemand gehalten. Ganze vier Mal hat man in Finnlands Zeit als Teil des Schwedischen Reichs (also bis 1809) den Kaffee verboten oder den Konsum mit hohen Steuern einzudämmen versucht. Offensichtlich erfolglos. Anfang des 19. Jahrhunderts breitete sich die Sitte des Kaffetrinkens auch auf die ländliche Bevölkerung aus und allmählich über das ganze Land.
Trotz seiner stetigen großen Beliebtheit war der Konsum des Kaffees nie so hoch wie heute, da er früher ein sehr teures Importgut war. 1819 wurde ein Kaffeeverbrauch von 25 Gramm pro Kopf und Jahr errechnet. Damals musste ein Arbeiter drei Tage lang voll arbeiten, um sich ein Kilo Kaffee leisten zu können. 1840 hatte sich dieser immense Preis bereits halbiert, während sich der Import versiebenfacht hatte. Noch besser wurden die Zeiten für Kaffeeliebhaber nachdem 1847 der British Navigation Act aufgehoben worden war und die Schiffahrer weniger Restriktionen ausgesetzt waren. 1860 betrug der durchschnittliche Konsum schon ein Kilo pro Kopf und raste bis heute weiter in die Höhe. Die Preise fallen derweil. Heute muss ein Finne nur noch eine Halbe Stunde arbeiten, um sich ein Kilo Kaffee leisten zu können.
Quelle: Alho, Olli (Hrsg.): Kulturlexikon Finnland, aus dem Englischen von Gisbert Jänicke, Helsinki. Finnische Literaturgesellschaft. 1998.
Marita Nordberg ist tot
3. November 2009 um 11:05 | Veröffentlicht in Allgemein | Hinterlasse einen KommentarTags: Marita Nordberg, Marita Nordberg verstorben, Turhapuro
Wie YLE gestern meldete ist Schauspielerin Marita Nordberg verstorben.
Sie wurde in ihrer Wohnung in Helsinki gefunden. Sie wurde 80 Jahre alt.
Marita Nordberg spielte in vielen finnischen Theatern, unter ihnen das Nationaltheater oder auch das Fernsehtheater. Zusätzlich hat sie auch in vielen Filmen mitgewirkt. Sie ist vor allem durch die Uuno Turhapuro-Filme bekannt geworden, in denen sie die Mutter von Uunos Frau spielte.
[Über die Turhapuro-Filme findet ihr hier etwas.]
Quelle: yle.fi
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