Kreative Pause

10. Januar 2010 um 23:04 | Veröffentlicht in Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar



Hallo ihr Lieben,

eine kleine Rückmeldung von uns:
Aufgrund des stressigen Semesters werden wir eine kleine Pause einlegen, bis wir mit unseren Klausuren und der Vorlesungszeit durch sind. In der vorlesungsfreien Zeit aka Semesterferien werden wir dann hoffentlich wieder mit neuer Energie an den Blog herangehen (Mitte Februar).

Bis dahin: Stay tuned!

Liebe Grüße,
Anna & Dana

Finnisches Schulwesen

10. Januar 2010 um 08:00 | Veröffentlicht in Allgemein, Finnland, Politik | Hinterlasse einen Kommentar
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Nach den Pisa-Ergebnissen ist das finnische Bildungssystem immer wieder gelobt worden und viele Politiker hierzulande forderten, dass man sich den Skandinaviern anpassen solle. Dieser Artikel soll daher das finnische Schulwesen einmal näher erklären.

Das Bildungssystem in Finnland wird generell vom Zentralamt für Unterrichtswesen (Opetushallitus) vorgegeben und reguliert, aber durch die Regierung beschlossen. Die oberste Schulbehörde in Finnland ist das Bildungsministerium. Weitere Aufsichten gibt es allerdings nicht, die Bildungsinstitutionen kontrollieren sich praktisch selbst. Andererseits gibt es statistische Erhebungen die mögliche Qualitätsverluste einer Bildungseinrichtung aufzeigen würden. Normalerweise werden die gesetzlich festgesetzten Ziele allerdings erreicht. Die Ausgaben für Bildung liegen deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Schulpflicht besteht in Finnland seit 1921.

Ziel Finnlands ist es, dass Bildungsmöglichkeiten für alle Bürger gewährleistet werden, egal welchen Hintergrund sie besitzen. Neben der Lernmittelfreiheit wird bspw. auch der Transport zur Einrichtung vom Bildungsträger finanziert. Das Bildungsministerium hat die Schwerpunkte Informationsgesellschaft, Unterricht der Mathematik und der Naturwissenschaften, Sprachunterricht und Internationalisierung festgelegt.

In Finnland wird man mit sieben Jahren eingeschult, manche besuchen mit sechs aber schon die nicht verpflichtende Vorschule. Mit drei Jahren hat man Anspruch auf einen Kinderkrippenplatz, grundsätzlich gibt es Kindertagesstätten zur Betreuung bis das Kind sechs Jahre alt ist. Wenn Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen, werden sie finanziell dafür entlohnt.
Die Schulpflicht gilt für neun Jahre ab Einschulung. Diese verbringen die meisten Finnen auf einer Gesamtschule, bei der die ersten sechs Jahre von Klassenlehrern und die letzten drei Jahre von Fachlehrern unterrichtet werden. In den ersten sechs Jahren bleibt man in der Regel nicht sitzen.
Noten gibt es in den ersten vier Klassen nicht, ab dann ist Benotung fakultativ. Ab der siebten Klasse sind Noten dann allerdings verpflichtend. Das Notenspektrum reicht von 4 (nicht bestanden) bis 10 (ausgezeichnet).
Auch die Abschlussprüfung der Gesamtschule ist Pflicht, wenn man weiter zur Schule gehen möchte. Jeder Schüler erhält mindestens jährlich einen Bericht über seine Fortschritte. Optional gibt es auch ein zehntes Schuljahr.

Meist beginnt der Schultag um 8.00 Uhr und endet gegen 15.00 Uhr. Wenn nachmittags unterrichtet wird, erhalten die Kinder ein kostenloses Mittagessen in der Schule. Die Gesamtstundenzahl des Unterricht ist allerdings geringer als bspw. in Deutschland. Das Gerücht, dass es in Finnland nur Ganztagsschulen gibt, stimmt nicht – sie sind auch nicht die Regel.
Lehrer werden, wie in Finnland sonst auch üblich, mit Vornamen angesprochen oder mit ope, der Kurzform von opettaja – Lehrer. Ein wichtiger Teil der Bildung sind Fremdsprachen und Sonderunterricht. Auch das Erlernen von grundlegenden EDV-Kenntnissen steht auf dem Plan. Lehrmaterialien werden komplett von der Schule gestellt.

Nach der Gesamtschule hat man die Wahl zwischen einer allgemeinbildenden oder einer berufsbildenden Sekundarstufe II. Erstere erhält man nach einer Aufnahmeprüfung in finnischen Gymnasien. Hier wird man in einem bestimmten Kurssystem zum Abitur geführt, was in der Regel drei Jahre dauert, wahlweise aber auch um ein Jahr verkürzt oder verlängert werden kann. Die Abiturprüfungen werden zentral gestellt und können bei Nichtbestehen wiederholt werden. Die Prüfungen umfassen obligatorisch die Muttersprache (meist Finnisch oder Schwedisch), eine Fremdsprache (meist Schwedisch, Englisch oder Deutsch) und Mathematik bzw ein weiteres Fach aus der Natur- oder Geisteswissenschaft.
Die berufsbildende Sekundarstufe II ist mit dem deutschen Prinzip der Ausbildung zu vergleichen, so dass auch hier zwischen Arbeit und Unterricht aufgeteilt wird. Mit dem Abschluss einer dreijährigen Ausbildung erhält man in Finnland allerdings auch eine Hochschulzugangsberechtigung.
Etwa jeweils die Hälfte eines Jahrgang entscheidet sich für eine der beiden Sekundarstufen, so dass die Aufteilung relativ ausgeglichen ist. Die Quote der Studienberechtigten pro Jahrgang liegt in Finnland im Schnitt bei 90% (vgl. Deutschland rund 45%).

Das Studium umfasst, wie mittlerweile auch zumeist in Deutschland, die Gliederung Bachelor, Master, PhD – auf Finnisch Kandidaatti, Maisteri, Tohtori. Es gibt keine Studiengebühren in Finnland, zusätzlich erhalten Studenten Unterstützung vom Staat und etwaige Vergünstigungen.

Quellen:
finn-land.net
Bildungssystem in Finnland
Bildungssystem in Finnland.doc

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