Hyvää Juhannusta!

25. Juni 2010 um 17:20 | Veröffentlicht in Allgemein, Kultur, Norden | 2 Kommentare
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Hallo,

da ja nun gerade die Mittsommerfeste im Gang sind, dachte ich, dass ich kurz vorbeischaue und euch ebenfalls ein schönes Fest wünsche. Zwar ist der Tag in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag – wie in Finnland – aber feiern kann man ja trotzdem.

Hyvää Juhannusta also!

(+ ein, zwei Impressionen von Finnland im Sommer)

Artikel: Studieren in Finnland

21. Juni 2010 um 09:02 | Veröffentlicht in Finnland, Kultur, Literatur, Norden | Hinterlasse einen Kommentar
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Hallo,

heute gibts für euch einen kleinen Link zum Thema Studieren in Finnland:
Hier (pdf) findet ihr auf den Seiten acht und neun die Schilderungen einer Studentin, die das Land auf diesem Wege besser kennengelernt hat.

Viel Spaß damit! :)

Konzerttermine IV

16. Juni 2010 um 18:32 | Veröffentlicht in Allgemein, Musik | 3 Kommentare
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Hallo,

zwar gibt es von uns momentan keine größeren Artikel, aber immerhin ein kleines Update in Sachen Musik. (Auch die Vokabel der Woche sollte ab jetzt wieder aktualisiert werden. Wortschatzarbeit!)

Im Juli und August gibt es für Deutschland folgende Angebote von finnischen Künstlern:
- Amorphis auf dem With Full Force
- Tarja Turunen & Amorphis auf dem Wacken Open Air
- Tracedawn auf dem Summerbreeze

Im Oktober sind auch Apocalyptica wieder bei uns zu sehen. Ebenfalls im Oktober und im November geben sich auch Tarot die Ehre. Ähnlich liegt auch die Tour der Band Indica.

Edit:
Außerdem gibt es die Möglichkeit Ghost Brigade und Disco Ensemble zu sehen.

Liebe Grüße

Kreative Pause

10. Januar 2010 um 23:04 | Veröffentlicht in Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar



Hallo ihr Lieben,

eine kleine Rückmeldung von uns:
Aufgrund des stressigen Semesters werden wir eine kleine Pause einlegen, bis wir mit unseren Klausuren und der Vorlesungszeit durch sind. In der vorlesungsfreien Zeit aka Semesterferien werden wir dann hoffentlich wieder mit neuer Energie an den Blog herangehen (Mitte Februar).

Bis dahin: Stay tuned!

Liebe Grüße,
Anna & Dana

Finnisches Schulwesen

10. Januar 2010 um 08:00 | Veröffentlicht in Allgemein, Finnland, Politik | Hinterlasse einen Kommentar
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Nach den Pisa-Ergebnissen ist das finnische Bildungssystem immer wieder gelobt worden und viele Politiker hierzulande forderten, dass man sich den Skandinaviern anpassen solle. Dieser Artikel soll daher das finnische Schulwesen einmal näher erklären.

Das Bildungssystem in Finnland wird generell vom Zentralamt für Unterrichtswesen (Opetushallitus) vorgegeben und reguliert, aber durch die Regierung beschlossen. Die oberste Schulbehörde in Finnland ist das Bildungsministerium. Weitere Aufsichten gibt es allerdings nicht, die Bildungsinstitutionen kontrollieren sich praktisch selbst. Andererseits gibt es statistische Erhebungen die mögliche Qualitätsverluste einer Bildungseinrichtung aufzeigen würden. Normalerweise werden die gesetzlich festgesetzten Ziele allerdings erreicht. Die Ausgaben für Bildung liegen deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Schulpflicht besteht in Finnland seit 1921.

Ziel Finnlands ist es, dass Bildungsmöglichkeiten für alle Bürger gewährleistet werden, egal welchen Hintergrund sie besitzen. Neben der Lernmittelfreiheit wird bspw. auch der Transport zur Einrichtung vom Bildungsträger finanziert. Das Bildungsministerium hat die Schwerpunkte Informationsgesellschaft, Unterricht der Mathematik und der Naturwissenschaften, Sprachunterricht und Internationalisierung festgelegt.

In Finnland wird man mit sieben Jahren eingeschult, manche besuchen mit sechs aber schon die nicht verpflichtende Vorschule. Mit drei Jahren hat man Anspruch auf einen Kinderkrippenplatz, grundsätzlich gibt es Kindertagesstätten zur Betreuung bis das Kind sechs Jahre alt ist. Wenn Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen, werden sie finanziell dafür entlohnt.
Die Schulpflicht gilt für neun Jahre ab Einschulung. Diese verbringen die meisten Finnen auf einer Gesamtschule, bei der die ersten sechs Jahre von Klassenlehrern und die letzten drei Jahre von Fachlehrern unterrichtet werden. In den ersten sechs Jahren bleibt man in der Regel nicht sitzen.
Noten gibt es in den ersten vier Klassen nicht, ab dann ist Benotung fakultativ. Ab der siebten Klasse sind Noten dann allerdings verpflichtend. Das Notenspektrum reicht von 4 (nicht bestanden) bis 10 (ausgezeichnet).
Auch die Abschlussprüfung der Gesamtschule ist Pflicht, wenn man weiter zur Schule gehen möchte. Jeder Schüler erhält mindestens jährlich einen Bericht über seine Fortschritte. Optional gibt es auch ein zehntes Schuljahr.

Meist beginnt der Schultag um 8.00 Uhr und endet gegen 15.00 Uhr. Wenn nachmittags unterrichtet wird, erhalten die Kinder ein kostenloses Mittagessen in der Schule. Die Gesamtstundenzahl des Unterricht ist allerdings geringer als bspw. in Deutschland. Das Gerücht, dass es in Finnland nur Ganztagsschulen gibt, stimmt nicht – sie sind auch nicht die Regel.
Lehrer werden, wie in Finnland sonst auch üblich, mit Vornamen angesprochen oder mit ope, der Kurzform von opettaja – Lehrer. Ein wichtiger Teil der Bildung sind Fremdsprachen und Sonderunterricht. Auch das Erlernen von grundlegenden EDV-Kenntnissen steht auf dem Plan. Lehrmaterialien werden komplett von der Schule gestellt.

Nach der Gesamtschule hat man die Wahl zwischen einer allgemeinbildenden oder einer berufsbildenden Sekundarstufe II. Erstere erhält man nach einer Aufnahmeprüfung in finnischen Gymnasien. Hier wird man in einem bestimmten Kurssystem zum Abitur geführt, was in der Regel drei Jahre dauert, wahlweise aber auch um ein Jahr verkürzt oder verlängert werden kann. Die Abiturprüfungen werden zentral gestellt und können bei Nichtbestehen wiederholt werden. Die Prüfungen umfassen obligatorisch die Muttersprache (meist Finnisch oder Schwedisch), eine Fremdsprache (meist Schwedisch, Englisch oder Deutsch) und Mathematik bzw ein weiteres Fach aus der Natur- oder Geisteswissenschaft.
Die berufsbildende Sekundarstufe II ist mit dem deutschen Prinzip der Ausbildung zu vergleichen, so dass auch hier zwischen Arbeit und Unterricht aufgeteilt wird. Mit dem Abschluss einer dreijährigen Ausbildung erhält man in Finnland allerdings auch eine Hochschulzugangsberechtigung.
Etwa jeweils die Hälfte eines Jahrgang entscheidet sich für eine der beiden Sekundarstufen, so dass die Aufteilung relativ ausgeglichen ist. Die Quote der Studienberechtigten pro Jahrgang liegt in Finnland im Schnitt bei 90% (vgl. Deutschland rund 45%).

Das Studium umfasst, wie mittlerweile auch zumeist in Deutschland, die Gliederung Bachelor, Master, PhD – auf Finnisch Kandidaatti, Maisteri, Tohtori. Es gibt keine Studiengebühren in Finnland, zusätzlich erhalten Studenten Unterstützung vom Staat und etwaige Vergünstigungen.

Quellen:
finn-land.net
Bildungssystem in Finnland
Bildungssystem in Finnland.doc

Neujahrsabend in Finnland

27. Dezember 2009 um 08:00 | Veröffentlicht in Finnland, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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Analog zu unserer Vorstellung anderer finnischer Feiertage folgt heute ein Darstellung der Neujahrsfeierlichkeiten in Finnland.

Wie in anderen Ländern wird auch in Finnland das alte Jahr gebührend verabschiedet und das neue Jahr entsprechend begrüßt. Die Feierlichkeiten sind traditionell eher offen; Hauptsache dabei ist, dass es ein geselliges Fest wird – ob also nun mit Freunden, mit der Familie oder in der Kneipe. Silvester hat in Finnland einen kleinen karnevalistischen Touch, so dass Masken, Konfetti und Hüte häufig zu den Feierlichkeiten gehören. Dem Alkohol ist man zu dieser Feierlichkeit sicherlich auch nicht abgeneigt.
Zum traditionellen Neujahrsabend gehört in Finnland auf jeden Fall Bleigießen und die anschließende ‘Analyse’ der im Wasser geformten Kunststücke.

Viele Finnen feiern Silvester in der Hauptstadt. Es ist sehr üblich für diesen Tag extra nach Helsinki anzureisen. Für diesen Anlass ist auch die Domkirche besonders herausgeputzt: Spezielle Beleuchtung für den feierlichen Eindruck und eine Bühne für das Abendprogramm. Es muss sich schließlich auch lohnen bei Minusgraden den Abend im Freien zu verbringen. So gibt es dann vor der Domkirche – also im Herzen Helsinkis – einige Feierlichkeiten. Stars aus Musik und Fernsehen sollen den Jahresabschied möglichst schön gestalten.
Finnen die es lieber warm und kuschelig haben, verbringen den Abend in der Hauptstadt dann auf einer der vielen weiteren Feiern, denn meist hat jede Kneipe oder sonstige Location ein eigenes Neujahrsprogramm. Sehr bekannt für dieses “Programm” ist die Rock-Kneipe Tavastia, die immer zum Jahreswechsel zum HellDone-Festival einlädt. So ist es beinahe schon Tradition mit der Band HIM ins neue Jahr zu feiern. Wer allerdings nicht im Vorfeld schon Karten gekauft hat – meist ist das Festival direkt nach 10 Minuten ausverkauft – kann vielleicht einen kleinen Tipp gebrauchen: Das Restaurantschiff Wäiski hat zu Silvester meist einen Abend mit Livemusik im Programm.

Trotz der normalerweise wirklich kalten Jahreszeit gibt es auch in Finnland Silvesterböller, die aber nur ab 18 Uhr am 31.12 bis 6 Uhr morgens am 01.01 gezündet werden dürfen. Praktischerweise ist es natürlich in Finnland schon früh dunkel und spät hell, so dass Feuerwerk im Winter seine Wirkung kaum verfehlen kann. Wie aber auch in Deutschland ist der Verkauf eingeschränkt: Nur an Personen über 18 Jahren und nur in der Woche vor dem 01. Januar.

Neujahr ist ein Fest der Besinnung und der guten Wünsche für die kommende Zeit. Ähnlich wie in Deutschland beginnt das neue Jahr auch mit der Neujahrsansprache des Präsidenten, der Uudenvuoden Puhe. Diese wird, wie bei uns, im Fernsehen übertragen. Der 01. Januar ist gesetzlicher Feiertag.

Zur abschließenden Veranschaulichung bieten wir euch hier ein paar Fotos des letzten Jahresabschlusses in Helsinki.
Es gibt zwei Aufnahmen eines “sonnigen” Nachmittags an der See, gefolgt von ein paar Impressionen der Stadt selbst:

Quellen:
finn-land.net
Eigene Erfahrung

Weihnachten in Finnland

13. Dezember 2009 um 08:00 | Veröffentlicht in Finnland, Kultur, Musik | Hinterlasse einen Kommentar
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Da es nun stetig auf Weihnachten zu läuft, haben wir uns gedacht, dass es Sinn hat, ein paar finnische Weihnachtstraditionen darzustellen. Daher steht dieser Artikel ganz im Zeichen der finnischen Weihnacht.

Im Gegensatz zu unseren Breiten ist die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in Finnland relativ hoch, was die Stimmung schon relativ früh weihnachtlich stimmt. Die Vorbereitungen auf Weihnachten fangen auch in Finnland ziemlich früh an, so dass man auch schon sehr früh Plätzchen und Weihnachtsdekoration kaufen kann.
Einstimmung bieten auch die vielen betrieblichen Weihnachtsfeiern, die in Finnland Pikkujoulu (dt. “Kleine Weihnachten”) heißen. Diese beginnen manchmal schon Ende Oktober. Beispielsweise gibt es auch jedes Jahr eine Sonderbriefmarke zu Weihnachten.

Zur Vorweihnachtszeit gehört in Finnland traditionell Glühwein (Glöggi), oft auch alkoholfrei und mit Johannesbeersaft. Als Weihnachtsleckereien gibt es Weihnachtssterne und Lebkuchen – Joulutorttu bzw Tähtitorttu und Piparkakku. Die Weihnachtssterne sind kleine Blätterteigteilchen mit Pflaumenmus.
An Weihnachten selbst gibt es meist Weihnachtsschinken zusammen mit verschiedenen Aufläufen aus zum Beispiel Steckrüben oder Kartoffeln, außerdem Heringssalat. Rezepte findet man auch in deutscher Sprache über das Internet relativ einfach.

Hier eine kleine Galerie zur Weihnachtsbäckerei:

Der finnische Weihnachtsmann ist natürlich der einzig wahre und echte Weihnachtsmann, auf Finnisch übrigens Joulupukki. Er wohnt im Berg Korvatunturi in Lappland. Man kann ihn das Jahr über aber auch in Rovaniemi antreffen, wo er seiner Arbeit nachgeht. Die Tradition des Weihnachtsmannes geht auf den skandinavischen julbock zurück. Früher trug der Weihnachtsmann anstatt seiner rot-weißen Kleidung auch eher Schafsfell und hörnerverzierte Maske. Er belustigte und verängstigte die Leute zur Weihnachtszeit und bekam dafür Speis und Trank. Als im 16. Jahrhundert die Menschen begannen Geschenke zur Weihnachtszeit zu machen, nutzte man diese Tradition und kehrte sie zum Überbringer der Gaben um.

Typisch finnisch ist übrigens auch die alljährliche Ausrufung des Weihnachtsfriedens um Punkt 12 Uhr am 24. Dezember in der früheren Hauptstadt Turku. Dieser gilt für drei Tage und seine Ausrufung ist meist durch die Nationalhymne gefolgt. Der Weihnachtsfrieden bedeutet für die Finnen den Wunsch nach einem ruhigen und besinnlichem Fest. Straftaten, die zur Zeit des Weihnachtsfriedens begangen werden, fallen viel stärker ins Gewicht als sonst.

Traditionell ist es Aufgabe des Vaters einen Weihnachtsbaum zu besorgen, meist am 3. Advent. Er ist auch für die Lichter und die Spitze zuständig, danach schmücken entweder die Kinder den Baum oder aber sie werden zum 24. mit einem geschmückten Baum überrascht.
Am Weihnachtsabend gehen viele Finnen in die Kirche, aber auch das Anzünden von Kerzen auf den Friedhöfen ist gängige Tradition – ähnlich wie auf Island. Bevor es allerdings Geschenke gibt, geht man meist in die Sauna – man ist ja schließlich auch in Finnland.

Kommen wir zur Musik. Einige der auch bei uns verbreiteten Weihnachtslieder gibts es in Finnland auch, meist aber mit finnischer Übersetzung. Finnland selbst hat natürlich auch einige klassische Weihnachtslieder, die außerhalb des Landes aber meist nicht bekannt sind. Um einen Eindruck zu bekommen, kann man bei gewissen Videoportalen mal nach “Kun Joulu on” (Wenn Weihnachten ist) oder “En etsi valtaa, loistoa” (etwa Gib mir keine Pracht, keinen Glanz) suchen. Oder ihr klickt mal hier rein.

In diesem Sinne noch eine schöne Vorweihnachtszeit.

Quellen:
finn-land.net
Allgemeine Erfahrung

Finnische Metal Expo / Helsinki Metal Meeting

12. Dezember 2009 um 13:03 | Veröffentlicht in Musik, Termine | 1 Kommentar
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Zum 6ten mal wird im Februar 2010 die finnische Metal Expo stattfinden. Sie stellt das Hauptevent im Rahmen des Helsinki Metal Festivals dar. Die ‘Feierlichkeiten’ beginnen nächstes Jahr am 18. Februar mit dem Industrial Day im Nosturi. Neben Finntroll, die dort ihre Release-Show zum Album “Nifelvind” haben, gibt es Musik von Barren Earth und Armour.
Am 19. und 20. Februar geht es dann mit der Metal Expo in der Kabelfabrik (fi.: Kaapelitehdas) weiter. Bewundern kann man dann unter Anderem Amorphis, Kopriklaani, V for Violence und [Amatory].
Außerdem werden die ‘Finnish Metal Awards’ dort verliehen, für die ihr hier abstimmen könnt.

Die Karten sind mittlerweile offiziell im Verkauf, bei Interesse über tiketti.fi oder lippupalvelu.fi.

Weitere Informationen gibts unter fme.fi

Jugendschutz in Finnland

29. November 2009 um 12:00 | Veröffentlicht in Film, Politik | Hinterlasse einen Kommentar
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Manche von euch haben vielleicht vor einigen Wochen die Sendung ‚Genial Daneben‘ gesehen und sich über die finnische Frage dort gefreut. Es ging nämlich um das finnische Pendant zur FSK. Diesen Anlass nutzen wir heute um euch die Selbstkontrolle bei Filmen und Spielen näher zu bringen und auch einmal über das Thema Zensur in Finnland zu sprechen und die Medienlandschaft etwas näher zu beleuchten.


Für Filme, ob nun auf DVD oder im Kino, und auch für Spiele oder generell für Medien im weitesten Sinne, gibt es in Finnland Kontrollinstanzen. Für die Altersfreigaben im Bereich Film und Fernsehen ist die Valtion Elokuvatarkastamo (VET) zuständig, die staatliche Filmkontrolle.
Wie in Deutschland von der FSK auch, werden Filme, bevor sie in den Verkauf oder ins Kino gelangen, von der VET überprüft und eingestuft. Die Altersbegrenzungen sind bindend und werden stark kontrolliert. Eingeteilt sind diese Altersbegrenzungen in die Abschnitte ab drei, sieben, elf, 13, 15 und 18, wenn die Filme von der VET überprüft wurden. Wenn der Filmverleih auf eine Einstufung verzichtet, ist der Film automatisch ab 18. Da Einstufungen den Verleih Geld kosten, verzichten manche auf die Überprüfung durch die VET, wie zum Beispiel der Verleih von „Unsere kleine Farm“ – was zur Folge hat, dass eben jene Serie in Finnland ab 18 verkauft wird.
Die einzige Ausnahme bezüglich der Altersbegrenzungen ist ähnlich geregelt wie bei uns: Unter Begleitung eines Erziehungsberechtigten dürfen Kinder bis zu zwei Jahre früher in einen Film – also ein 13-jähriger kann mit seinem Vater in einen Film ab 15 gehen. Allerdings gilt diese Regel nicht bei Filmen mit Freigabe ab 18.


Jugendschutz in Finnland ist noch an anderen Stellen angebracht, wie zum Beispiel beim Alkohol. Finnland hat den Ruf, dass Alkohol im Land gekauft fast unbezahlbar ist. Außerdem wird Alkohol ab 4,9% nur noch in Läden des staatlichen Kette Alko verkauft. Diese Tatsachen blicken auf eine Lange Entwicklung zurück, die damit begann, dass das Schnapsbrennen per Gesetz ab 1866 verboten war. Trotz zahlreicher Proteste wurden auch regionale Alkoholverbote eingeführt, so dass gegen Ende des 19. Jahrhunderts Finnland, mit 1.5l pro Kopf Verbrauch, das trockenste Land weltweit war. Die Arbeiterbewegung sprach sich schon 1906 für ein landesweites Alkoholverbot aus, umgesetzt wurde dies aber erst 1919.
Durch das generelle Verbot entwickelte sich ein blühender Handel und Schmuggel und erst 1932 wurde das Verbot in Städten wieder aufgehoben, auf dem Land sogar erst 1968. Herstellung und Handel unterliegen seitdem dem Alko-Monopol.
Die 15- uns 16-jährigen bilden derzeit dennoch die Gruppe der stärksten Alkoholkonsumenten, auch wenn sie – ähnlich wie in Deutschland – noch keinen Alkohol kaufen und konsumieren dürften. Selbst Verkauf von Bier oder niedrigprozentigem Alkohol ist erst ab 18 Jahren freigegeben.


Weitere Bereiche für den Jugendschutz findet man im Internet. Aber auch das Internet für sich genommen bietet schon genug Handlungsspielraum. Wie wir bereits berichtet hatten, versucht man in Finnland auch die Polizei „online“ zu bekommen, so dass man mit den Bürgern in besserem Kontakt steht. Außerdem wird in Finnland auch das Internet auf jugendgefährdende Inhalte überwacht und bei manchen Dingen wird gegebenenfalls auch eine Sperre verhängt.
So sind Seiten mit Kinderpornographie in der Theorie in Finnland nicht aufrufbar – soweit sie denn bereits gemeldet und gesperrt wurden. Des Weiteren werden auch andere Homepages gesperrt, wenn es den zuständigen Behörden sinnvoll erscheint. So zum Beispiel Seiten, die auf kinderpornographische Inhalte verlinken.
Im Dezember 2007 schickte die Keskusrikospoliisi (dt.: nationale Ermittlungsbehörde) daher eine ‚Schwarze Liste‘ mit zu sperrenden Seiten an Finnland Internetprovider. Die Sperrung der Seiten war freiwillig, das Kommunikationsministerium drohte aber die Sperrungen verpflichtend zu gestalten, sollte ihnen nicht nachgekommen werden.
Nachforschungen in Finnland ergaben, dass ein Großteil dieser Seiten allerdings keine Kinderpornographie, sondern lediglich legale Pornographie enthielt und es somit eigentlich keine Beanstandung geben dürfte. Zumal auch einige Seiten zu sperren waren, die überhaupt keine pornographischen Inhalte hatten. Aufgrund dieser Entdeckungen wurde Rufe bezüglich der Zensur laut. Man wirft der Regierung vor, Seiten gezielt vom finnischen Volk fernzuhalten, obwohl dafür keine juristischen Gründe vorliegen.
So wurde auch die Seite die über diese angebliche Zensur berichtete auf die ‚schwarze Liste‘ der Polizei gesetzt und kann daher nur noch über bestimmte Provider eingesehen werden. Mitglieder der Regierung und der Polizei sind über diese Sperrung geteilter Meinung. Der Streit über diese Jugendschutzmethoden hält weiterhin an und ist sicherlich auch mit kritischen Blicken zu betrachten.





Quelle:
lapsiporno.info
effi.org
vet.fi
finn-land.net

Antisemitismus (& Rechtsextremismus) in Finnland

15. November 2009 um 08:00 | Veröffentlicht in Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar
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Heute gibt es wieder ein politisches Thema bei uns zu lesen. Nur als kurze Anmerkung zu Beginn: Es ist klar, dass die Begriffe Rechtsextremismus und Antisemitismus nicht simultan zu verwenden sind. Manchmal werden aber nur Teilbereiche in den Quellen beleuchtet, so dass der Fokus in diesem Artikel nicht speziell auf eins von beiden gerichtet sein wird.




Die Zahlen der Juden in Finnland waren immer sehr gering: Um 1850 dürften etwa 300 Juden in Finnland gelebt haben. Denn erst ab 1858 erlaubte Alexander II., dass ausgediente Soldaten – auch jüdische – in Finnland leben durften. 1870 gehen die Schätzungen auf ungefähr 700 Juden. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs waren es schon rund 1100.
Rechtsextremismus in Form von Antisemitismus ist daher auch in Finnland eher begrenzt vorgekommen. Antisemitische Schriften gab es zwar, aber nicht von zu großer Zahl. Auch die Zeitungen blieben meist neutral. Da aber viele Juden russische Vorfahren hatten oder direkt aus Russland immigrierten, projizierte sich eher die eigene Anti-Russland-Haltung auf die Juden und verursachte so ideologische Auseinandersetzungen. Erst durch den Einfluss aus dem Ausland, vorwiegend natürlich aus Deutschland, änderte sich dieses Bild etwas.
Zwar gab es stark nationalistisch geprägte Bewegungen, die auch aufgrund von Glaubensausrichtungen ihre Ideologie begründeten, diese hatten in Finnland aber nicht den stärksten Zulauf. Wobei ab 1933 der deutsche Einfluss auch in Finnland spürbar gewesen ist. Es ist ja auch ganz klar zu sagen, dass Finnland an der Seite von Deutschland im Zweiten Weltkrieg kämpfte.
Trotz der Position der Politik, die zu der Zeit aus einer Koalition der bürgerlichen und der sozialdemokratischen Partei unter dem eher rechtsgerichteten Vainö Tanner bestand, schien es bis vor kurzem so, als wäre man seinem Ziel der Unabhängigkeit und Freiheit auch im nationalsozialistischen Europa treu geblieben. Lange Zeit wurde immer wieder betont, dass es seitens Deutschlands nur ein inoffizielles Auslieferungsgesuch für die finnischen Juden durch Himmler gegeben habe, man sich diesem aber widersetzte. Da die Juden auch Soldaten waren und gegen die Sowjetunion kämpften, hätte in Finnland keine Judenfrage bestanden – wie der damalige Premier J. W. Rangell rekapitulierte.
Seit 2003 ist aber klar, dass auch Finnland in dieser Hinsicht nicht unschuldig ist. Die Historikerin Elina Sana hat nachgewiesen, dass mindestens 129 Zivilisten an Deutschland ausgeliefert wurden. Denn die Valpo (finnische Staatspolizei) und die Gestapo arbeiteten eng zusammen, mit dem gemeinsamen Ziel der ‚Bekämpfung des Kommunismus‘. So soll es auch Beweise für die Auslieferung von 3000 sowjetischen Kriegsgefangenen an Deutschland geben, obwohl klar war, dass für sie ein Liquidierungsbefehl bestand. Insgesamt wurden so 70 Juden ausgeliefert, aber meist nicht aufgrund ihres Glaubens, sondern aufgrund ihrer politischen Zugehörigkeit zum Kommunismus.
Eigentlich hatte man seit 1979 geglaubt, die einzigen Auslieferung an Deutschland hätte 1942 stattgefunden, als acht jüdische Flüchtlinge in Finnland Schutz gesucht hatten, aber von den finnischen Behörden auf dem Schiff S/S Hohenhörn in deutsche Konzentrationslager deportiert wurden.
Das Thema der Auslieferung und Finnlands weiterhin unklare Rolle bezüglich des Holocausts ist bis heute ein stark diskutiertes Thema. Es wird derzeit versucht Sanas Äußerungen weiter zu verifizieren oder zu widerlegen und weitere Informationen zu sammeln, auch wenn sich dies schwierig gestaltet, da bereits ab 1943 damit begonnen wurde Akten zu vernichten. Die finnische Geschichtsschreibung war auch nach dem Krieg bemüht, die Ehre Finnlands zu retten. Es dauerte also eine Zeit, bis der demokratische und freiheitliche Gedanke auch in der Geschichtsschreibung wieder Einzug erhielt.




Heutzutage ist Rechtsextremismus weiterhin ein Thema. In Finnland, wie auch in Deutschland, gibt es Personen, die sich auch in einer internationalen Szene beteiligen, die vor allem durch das Internet ermöglicht wird. Neben gemeinsamen Veranstaltungen und Planungen findet auch ein Handel mit möglicherweise im eigenen Land verbotenen Gegenständen statt. Vor allem aber Musik bietet eine Grundlage für solchen Gedankenaustausch. International tätig sind beispielsweise die Organisationen Blood and Honour oder Hammerskins.
Für Finnland selbst gilt, dass es auch dort durchaus entsprechende Organisationen gibt. So gibt es zum Beispiel die Partei „Wandel 2011“, die wir bereits hier kurz vorstellten oder die „Wahren Finnen“ (Perussuomalaiset). Sie gingen aus der ‚Bauernpartei‘ hervor und landeten bei der Wahl im Juni 2009 bei rund 10% der Stimmen. Einer ihrer Hauptpunkte ist der Skeptizismus gegenüber der EU. Außerdem bekannt sind auch „Blauweiß des finnischen Volkes“ (Suomen Kansan Sinivalkoiset), die aber 2007 ihren Status als Partei verloren.
Solche rechtspolitischen Tendenzen sind auch in bestimmen Subkulturen deutlich vertreten, es gibt also eine relativ große neonazistische „Kultur“. In den 90ern fand beispielsweise die Skinheadbewegung ihren Höhepunkt (wobei man natürlich nicht pauschal Skinheads mit Nazis gleichsetzen darf/kann). Vor allem aber ist die National Socialist Black Metal-Kultur (NSBM) stark vertreten, die Elemente aus dem Nationalsozialismus und heidnischem Götterglauben kombinieren. Konzerte und weitere Veranstaltungen werden vor allem durch die Netzwerke Blood and Honour und Die heidnische Front (The Pagan Front) organisiert. Vor allem durch Musik werden viele Jugendliche erst an die nationalsozialistischen Ideologien herangeführt; über die Musik erfolgt auch eine Identifikation und Szeneangehörigkeit.
Der finnische Staat versucht konsequent gegen Rechtsextremismus vorzugehen, so gab es bereits staatliche Initiativen für Toleranz. Die Probleme werden aber eher marginalisiert, wobei die Polizei durchaus die rechtlichen Mittel zur Verfolgung nutzt.



Quellen:
Kuparinen, Eero: Antisemitismin musta kirja – Juutalaisvainojen pitkä historia, Jyväskylä: Atena, 2008
Beer, Angelika:Europa im Visier der Rechtsextremen, 2008
Alho, Olli (Hrsg.): Kulturlexikon Finnland, aus dem Englischen von Gisbert Jänicke, Helsinki. Finnische Literaturgesellschaft. 1998.
Endstation Rechts
Helsinki und der Holocaust

Finnair beschließt neues Bonusprogramm

14. November 2009 um 09:59 | Veröffentlicht in Kultur, Nachrichten aus Finnland | Hinterlasse einen Kommentar
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Die internationalen Medien sind auf Finnair aufmerksam geworden: Denn die finnische Fluggesellschaft hat ein neues Bonusprogramm. Eigentlich nichts neues, denn wer viel mit Finniar unterwegs ist, kann seine gesammelten Punkte gegen Prämien eintauschen. Neben relativ normalen elektronischen Geräten wie Kaffeemaschinen und Digitalkameras gibt es allerdings Neuigkeiten bei der Prämienauswahl: Mit genug Punkten kann man sich nun eine Schönheitsoperation ertauschen. Allerdings müsste man für einen neuen Busen schon ziemlich viel fliegen, ein paar hundert mal um die Welt nämlich. Haartransplantation und Facelifting gibt es auch im Programm.
Es wird vermutet, dass diese Prämien vor allem PR bringen sollen – denn die Anzahl der Fluggäste von Finnair war im vergangenen Jahr um 11% zurück gegangen.

Quelle: gmx.de

Marita Nordberg ist tot

3. November 2009 um 11:05 | Veröffentlicht in Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar
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Wie YLE gestern meldete ist Schauspielerin Marita Nordberg verstorben.
Sie wurde in ihrer Wohnung in Helsinki gefunden. Sie wurde 80 Jahre alt.

Marita Nordberg spielte in vielen finnischen Theatern, unter ihnen das Nationaltheater oder auch das Fernsehtheater. Zusätzlich hat sie auch in vielen Filmen mitgewirkt. Sie ist vor allem durch die Uuno Turhapuro-Filme bekannt geworden, in denen sie die Mutter von Uunos Frau spielte.

[Über die Turhapuro-Filme findet ihr hier etwas.]

Quelle: yle.fi

Der eigentliche Beginn der finnischsprachigen Literatur

1. November 2009 um 08:00 | Veröffentlicht in Literatur | 2 Kommentare
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Dieser Text bildet den zweiten Teil unserer Reihe zur finnischen Literatur, die von Anna ja schon hier eingeleitet wurde.
Wie bereits dort erwähnt, wurde der Grundstein für die finnische Literatur maßgeblich von Elias Lönnrot und seiner Sammlung gelegt. Die Thematik des Kalevalas ist auch in weiteren Werken und in der gesamten Entwicklung der finnischen Literatur ausschlaggebend. Zum Kalevala selbst findet ihr hier einen Artikel von uns.
Daher soll es nun in diesem Artikel um die wichtigsten Vertreter und Vertreterinnen und ihre Werke der Zeitspanne gehen, die von Aleksis Kivi bis hin zur Zeit vor der finnischen Unabhängigkeit reicht und in der uns die Kalevala ebenfalls begleiten wird.


Als Erster griff Aleksis Kivi auf das Kalevala zurück und er ist auch, wie man am Thema des letzten Artikels sehen konnte, die erste Persönlichkeit, zu der ich heute etwas sagen möchte. Um nochmal die Grundlagen ins Gedächtnis zu rufen: Die endgültige Fassung des Kalevalas ist auf 1849 zu datieren, es ist eine Sammlung von finnischen Volksgesängen und wurde von Elias Lönnrot zusammengetragen.
Auf diesem Epos basiert Kivis erstes und einziges Schauspiel Kullervo (1864). Eigentlich beschäftigte sich Kivi – wie auch August Oksanen und Julius Suonio – mit der Erforschung der finnischen Sprache und sie schrieben daher zunächst Gedichte.
Kivi – der eigentlich Schwede war und auch erst später seinen Namen von Stenvall zu Kivi „verfinnischte“ – schrieb in den Folgejahren nach 64 mehrere Romane, die seinen Humor, Realismus und seine Phantasie wiederspiegelten, wie Die Heideschuster ebenfalls 1864 und Die Verlobung 1866. Seine Schaffensperiode liegt zwischen 1860 und 1871. Er wird meist als Begründer der eigentlichen finnischsprachigen Literatur bezeichnet, da er der erste Autor eines finnischsprachigen Romans ist.
Sein wohl bekanntestes Werk ist daher eben jener Roman Seitsemän veljestä (1870, Die sieben Brüder), das sich in Aufbau und Erzähltechnik allerdings stark von seinen Zeitgenossen unterschied und Kivi mehr in die Nähe von Werken aus der Renaissance bringt. Kivi erzählt in seinem Roman von sieben dickköpfigen Brüdern, die nicht lesen lernen wollen und daher die Dorfgemeinschaft verlassen, in die Wildnis gehen und dort ein Haus bauen. Bis dahin wirkt das Buch wie ein Abenteuerroman, allerdings entwickeln sich die Helden, reifen und kehren am Ende in die Gemeinschaft zurück. Snellman schrieb übrigens ein paar angeführte Worte und war somit der erste, der die Rolle dieses Romans für die finnische Literatur erkannte. (Übrigens könnte man diesen Roman auch als Nationalroman bezeichnen und beinahe behaupten, dass jeder Finne ihn kennt.)


Kivi war Finnlands erster Berufsschriftsteller. Allerdings war seine Situation nicht gerad einfach, was sich gut durch die Auflagen seiner Bücher demonstrieren lässt – denn die finnischsprachige Leserschaft war zu dieser Zeit verschwindend gering. Seitsemän veljestä wurde in einer Auflage von 500 Stück gedruckt, von denen vor Kivis Tod lediglich 144 überhaupt an den Mann gebracht wurden.
Kivi und Runeberg lassen sich einer Art „Vorrealismus“ zuordnen. Die Zeit, die auf Kivis Schaffensperiode folgt, gilt daher als finnischer Realismus. Weiterentwicklungen in der Literatur sind langsam, da sich zu dieser Zeit auch die finnische Sprache mit entwickelt und erst literaturfähig gemacht wird. Es gab zuerst nur einige weniger bedeutende Novellisten, die vor allem autobiographische Schilderungen veröffentlichten, meist bezogen auf das Landleben und bäuerliche Sitten.


Die nächste bedeutende Persönlichkeit in der Entwicklung der finnischen Literatur ist daher erst Minna Canth. Sie stammte aus einer finnlandschwedischen Familie, schrieb ihre Werke aber meist auf Finnisch.
Mit dem Aufkommen des Realismus in den 80er Jahren wird das erste Mal der Fokus auf gesellschaftliche Missstände gelegt, die Canth kritisierte und die im Heraufziehen des Industriezeitalters und den Umstrukturierungen in der Bevölkerung begründet liegen. Ihre Themen erstreckten sich über Probleme der Arbeiterfragen, die Stellung der Frau und die Macht der Kirche beziehungsweise veralteter Institutionen. Eins ihrer Schauspiele heißt Die Arbeiterfrau, in dem es um die Ungerechtigkeit des Gesetzes gegenüber der Frau ging. Solche Themen waren zu dieser Zeit neu und nach der Erstaufführung des Stücks 1885 demnach hitzig diskutiert.
Wenige Monate später änderte der finnische Ständetag übrigens das Ehegüterrecht grundlegend und führte die Gütertrennung ein, diese Entwicklung lässt sich aber nur mit größeren Zweifeln auf Canth begründen, wird aber im Zusammenhang mit ihr oft genannt.
Es gibt eine sehr konsequente Linie, die sich durch Canths Werke zieht, in denen sie immer wieder für die Gleichstellung von Mann und Frau kämpfte. Die von ihr in Gang gebrachten Diskussionen führten dazu, dass in Finnland bereits 1906 Frauen das aktive und passive Wahlrecht erhielten – europaweit als erste.


Solche sozialkritischen Fragen beschäftigten unter Anderem auch Juhani Aho. Sein erster Roman Die Eisenbahn befasst sich mit der Schilderung des Landlebens und – einer Eisenbahnfahrt. Mit Einsam steht er ganz in der Tradition des Realismus, da er dort die Krisen eines Mannes schildert. Zur sozialen Kritik findet Aho mit seinen Werken die unter dem Sammelnamen Lastuja (Späne, 1891-1921) bekannt sind und unter Anderem Glossen oder politische Allegorien enthalten. Aho ist auch Mitbegründer der liberal-radikalen Tageszeitung Päivälehti.


Arvid Järnefelt hat in etwa die gleichen Wurzeln wie Aho, seine Werke sind aber stärker analytisch geprägt. Sein erster Roman Vaterland gab einen Querschnitt durch die Ideenströmungen und Widersprüche seiner Zeit. In seinen späteren Werken beschäftigt er sich unter Anderem mit den Problemen des Landbesitzes, den Lehren der Gewaltlosigkeit und dem Zwiespalt zwischen persönlichem Glauben und öffentlicher Moral.
Arvids Mutter Elisabeth nahm durch ihre Anekdoten zur russischen Erzählkunst auch maßgeblich Einfluss auf Aho. Sein objektiver Realismus und die Typisierung seiner Figuren als Grundlage seiner Texte wurden durch sie angestoßen. Diese Entwicklung wird meist als „Järnefelter Schule“ bezeichnet, die auch eine wichtige Rolle in den Kreisen des ‚Jungen Finnland‘ spielte.


Der vierte wichtige Schriftsteller des Realismus ist Teuvo Pakkala, der sich in seinen Schriften mit der besitzlosen Bevölkerung in Kleinstädten auseinandersetzte. Abschließend zu dieser Epoche kann man sagen, dass Minna Canth ihrer Botschaft auf Kosten des Ausdrucks Vorzug gab. Aho hingegen orientierte sich mehr zum Ästhetizismus. Gemein haben jedoch alle, dass sie sich mit der Gesellschaft und sozialen Problemen auseinandersetzten.


In der Produktion von Canth, Aho und Järnefelt trat jedoch Mitte der 90er eine Wende ein. Sie rückten vom Realismus ab und neue, persönlichere Themen gewannen ebenfalls an Boden, Gefühle spielten eine wichtigere Rolle. Die nationalen Elemente in den Künsten, also auch in der Literatur, nahmen zu. Wichtig zu nennen wären hier Jean Sibelius in der Musik und Akseli Gallen-Kallela in der Kunstmalerei, wo auch wieder das Kalevala von Bedeutung war.
Eino Leino gab dieser Zeit den Namen „nationale Neuromantik“, wobei man auch von „nationalem Symbolismus“ sprechen kann. Die Themen des Kalevalas wurden wieder aufgegriffen und als nationale Identität verstanden. Eine besondere Erscheinung waren Traumreisen nach Karelien. Die meisten Schriftsteller dieser Periode begannen als Realisten, allerdings ist ein Großteil von ihnen schwedischsprachig, wie Tavaststjerna und Lybeck.
Leino war auch der klarste Repräsentant der Neuromantik. Auf der einen Seite galt er als sensibler Lyriker, auf der anderen als scharfer Kritiker und treffender Interpret des Gemeinschaftsgefühls. Zudem arbeitete er auch als Übersetzer und so wurden Werke von Dante, Schiller oder Goethe auch der Finnisch sprechenden beziehungsweise lesenden Gruppe zugänglich. Leino war sehr produktiv, aus seiner Feder stammen viele Romane, Schauspiele und Essays, jedoch war sein Schaffenskern die Lyrik. Seine wichtigsten Zyklen sind Winternacht und Sinkender Abend, die er im Kalevala-Metrum schrieb und nach einer für ihn nationalen Thematik zusammenstellte.


Wie Aho dem Ästhetizismus zugewandt war auch Volter Kilpi. Sein Vorbild war Nietzsche und dessen Bild von Individualität und des Übermenschen. Es ging ihm vor allem um die Kunst der Worte, die er für eine Art Religion hielt.
In der Neuromantik liegt das Augenmerk der Autoren weniger auf der gesellschaftlichen Kritik, als auf der idyllischen und heroischen Darstellung des eigenen Landes und Volkes. Die Zeit der Neuromantik und eines starken Nationalgefühls hielt jedoch nur bis zum Februar-Manifest 1899 und dem damit verbundenen politischen Sonderstatus Finnlands. Die Einschränkungen und Unterdrückung durch das zaristische Russland spalteten das Volk und beendeten somit auch die gemeinsamen Ideale in der Literatur.
Die Schriftsteller, die um die Jahrhundertwende schrieben, entwickeln sich anschließend in zwei Strömungen – eine nationale und eine Europa zugewandte Seite. Allerdings würde das den Rahmen in diesem Artikel sprengen, so dass dies im nächsten Teil unserer Reihe folgt.






Quellen:
Kirstinä, Leena: Kirjallisuutemme Lyhyt Historia. Helsinki: Hustannusosakeyhtiö Tammi 2000.
Laitinen, Kai: Finnische Literatur im Überblick. Aus dem Finnischen von Justa Holz-Mänttäri. Helsinki: Otava Verlag 1989.
Lassila, Pertti: Geschichte der finnischen Literatur. Aus dem Finnischen von Stefan Moster. Tübingen: Francke 1996.

Konzerttermine III

27. Oktober 2009 um 15:35 | Veröffentlicht in Musik, Termine | Hinterlasse einen Kommentar
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Mal wieder einige Konzerttermine im (erweiterten) deutschsprachigen Raum. Für weitere Infos zu den Bands einfach auf den Namen klicken.

Insmonium
27.11.2009 | Baroeg, Rotterdam
28.11.2009 | Turock, Essen
29.11.2009 | Biebob, Vosselaar
08.12.2009 | De Kelder, Amersfoort
11.12.2009 | Feierwerk, München
14.12.2009 | Arena, Wien
17.12.2009 | K17, Berlin
18.12.2009 | Landespavillon, Stuttgart
19.12.2009 | Conne Island, Leipzig



Battlelore
30.10.2009 Kerkrade, The Rock Temple
31.10.2009 Harderwijk, Aaltjesrock
01.11.2009 Wendlingen, Live Club
02.11.2009 Bielefeld, Movie
03.11.2009 Hamburg, Headbangers Ballroom
04.11.2009 Rostock, Mau Club
05.11.2009 Marburg, KFZ
06.11.2009 Oberhausen, Turbinenhalle/Kraftwerk
07.11.2009 Erstfeld, Transilvania
08.11.2009 Siegen, Vortex Club
09.11.2009 Obermarchtal, Kreuz
10.11.2009 Ingolstadt, Paradox
11.11.2009 Passau, ProLi
12.11.2009 Memmingen, Kaminwerk
13.11.2009 Ottweiler, Club Schulz
14.11.2009 Regensburg, Gate Music Hall



Amoral
05.11.2009 – Substage, Karlsruhe
06.11.2009 – Backstage, München
07.11.2009 – Turock, Essen



Oldenbang Festival
14.11.2009 – Oldenburg. Unter anderem mit Before the Dawn und Black Sun Aeon.

Finnische Elche

27. Oktober 2009 um 11:36 | Veröffentlicht in Kultur, Norden, Umwelt | Hinterlasse einen Kommentar
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Analog zu unserem Kurzporträt des finnischen Bären gibt es heute eine kurze Vorstellung über den finnischen Elch.




Der Elch ist Finnlands größtes Tier. Er ist außerdem auch das wichtigste Beutetier – Elche werden also viel gejagt.


Das Fell der Elche ist dunkelbraun. Ein männliches Tier kann bis zu 600kg wiegen und hat ein riesiges Geweih. Das Geweih wird jeden Winter abgeworfen und im Frühling wächst den Elchen dann ein Neues. Elche haben einen sehr guten Gehörsinn, sie können über einen Kilometer weit hören. Sie bewegen sich meist in der Dämmerung, so dass man sie morgens und abends sehen kann.

Elche fressen Blätter und Gras. Am Tag kann ein Elch bis zu 15kg Zweige und Blätter fressen. Elche müssen also dorthin wandern, wo der Wald ihnen viel bietet. Im Herbst fressen sie zusätzlich auch Beeren. Elche sind Einzelgänger.

Elche bekommen im Frühjahr ein bis zwei Junge. Diese bleiben so lange beim Muttertier, bis der nächste Nachwuchs das Licht der Welt erblickt. Die Jungen wachsen sehr schnell, bis zu einem Zentimeter pro Tag.

Die Anzahl der Elche variiert stark, da sie viel gejagt werden. Im Jahre 2005 wurden beispielsweise Rund 75.000 Elche geschossen. Mit Hilfe der Jagd kann die Zahl der Tiere reguliert werden. Zur Elchjagd benötigt man eine Erlaubnis, die von den Behörden vergeben wird.
Man geht davon aus, dass es in Finnland im Winter etwa 100.000 Elche geben wird.

Die Zahl der Elche reguliert sich auch durch die vielen Verkehrsunfälle, in die Elche verwickelt sind. Im Jahr 2007 gab es rund 1600 Autounfälle, bei denen der Grund ein Elch war. Im Schnitt sterben pro Jahr vier Menschen bei Elchkollissionen. Im letzten Jahr waren es allerdings weniger Unfälle und weniger Tote, da die Zahl der Elche aufgrund der vermehrten Jagd stärker zurückgegangen ist.

Quelle: yle.fi

Finnland erfolgreichstes Land

27. Oktober 2009 um 11:07 | Veröffentlicht in Finnland, Nachrichten aus Finnland, Skandinavien | Hinterlasse einen Kommentar
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Einer britischen Studie zu Folge ist Finnland das weltweit erfolgreichste Land. Die Interessengebiete der Forschergruppe waren unter anderem der wirtschaftliche Erfolg, die Gesundheit, die Demokratie und die Zufriedenheit der Menschen im Land. Die Gebiete wurden jeweils separat untersucht und in einer großen Auswertung zusammengebracht.
Finnland war in all diesen Bereichen Spitzenreiter. Auch die skandinavischen Länder schnitten in diesem Vergleich gut ab, so dass Schweden beispielsweise auf Platz 3 liegt.
Die Forscher des Legatum-Instituts hatten über 100 Länder miteinander verglichen.

Quelle: yle.fi

Im Interview: Korpiklaani

18. Oktober 2009 um 08:00 | Veröffentlicht in Musik | Hinterlasse einen Kommentar
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Unser Ziel ist es euch Finnland von vielen verschiedenen Seiten zu präsentieren. Dazu gehört für viele natürlich auch der Bereich Musik – sicherlich ist das ein Weg über den man auf Finnland stoßen kann. Um eine Kultur zu verstehen muss man daher auch viele verschiedene Dinge beleuchten & an dieser Stelle ist es ja auch nicht so als wenn es uns nun keinen Spaß machen würde über Musik zu schreiben.


Daher möchten wir euch heute einen Einblick in die Welt der Band Korpiklaani geben. Die besten Informationen findet ihr sicherlich auf der Bandhomepage selbst, aber dennoch ein paar zusammenfassende Worte zu Beginn: Korpiklaani kommen – überraschenderweise – aus Finnland und ihr Name bedeutet so viel wie „Klan des Waldes“. Die Band gibt es seit 2003. Ihr Stil wird meist als Folk Metal beschrieben, aber über Genres lässt sich ja bekanntlich auch streiten. Sie selbst bezeichnen ihren Stil auch vom Humppa beeinflusst. Charakteristisch für ihre Musik ist auch der Einsatz von Violine, Flöte, Akkordeon und Jouhikko*.
Wenn man Korpiklaani beschreiben müsste, würde man vermutlich vor allem auch auf ihre Texte eingehen. Neben Hymnen zu alkoholischen Getränken bietet die Band nämlich auch viele tiefergreifende Texte, die sich vor allem mit Finnland selbst auseinandersetzen. Als Beispiele sollten hier Cottages & Saunas (vom Voice of Wilderness-Album) und Midsummer Night (vom Tales Along This Road-Album) ausreichen.




Wir hatten das Glück ein Interview mit Jonne Järvelä (Gitarre und Gesang) und Kalle Savijärvi (Gitarre) von eben jener Band zu führen. Grundsätzlich ging es darum den Hintergrund zu ihrer Musik zu erfahren und zu erforschen. Das Interview war Grundlage für einen Vortrag den Anna und ich letztes Jahr in Finnland gehalten haben.
Zu Beginn baten wir „Korpiklaani“ erst einmal darum zu erklären, was sie mit ihrer Aussage „wir spielen typisch finnische Musik“ meinen. Jonne erzählte dann, dass der Einfluss aus dem Norden für die Band und ihre Musik immer sehr wichtig gewesen sei. Vieles begründe sich aus Traditionen. Vor allem dann eben finnische und saamische Traditionen, wie man in der Bandgeschichte** auch sehen könne. Grundsätzlich aber ist er der Ansicht, dass heutzutage Heavy Metal die finnische Volksmusik sei und daher seien Korpiklaani eben auch typisch finnisch.
Auf die Frage was finnische Musik denn dann für sie ausmache, wurde uns gesagt, dass Heavy Metal vor allem eins ist: Einfach. Man geht los, stellt sich auf die Bühne und spielt ein bisschen Gitarre. Die Beziehung zwischen finnischer Musik und Heavy Metal sei absolut wichtig.
Bei dem Unterschied zwischen finnischer und ausländischer Musik waren sich die beiden generell nicht einig, bis auf die Aussage, dass das aber eine schwierige Frage wäre. Jonne ist der Ansicht, dass man beispielsweise irische und finnische Musik gut vergleichen kann, vor allem aufgrund ihrer Einflüsse aus der landeseigenen Identität. Hierin liege auch der Unterschied zu beispielsweise slawischer/russischer oder pauschal „südlicher“ Musik. Kalle findet vor allem die Unterschiede der Komponisten ausschlaggebend.
Da es uns ja auch interessierte, wie der finnische Staat mit Musik umgeht, fragten wir, welche Hilfe man als Band vom Staat denn bekommen könne, um dann festzustellen, dass der Staat vor allem auf kommerzielles Potential achtet. Korpiklaani bekommen – trotz ihrer Verbundenheit zum Land und ihren Bemühungen um finnische und saamische Traditionen – keinerlei Hilfe vom Staat. Man ist in der Regierung noch der Ansicht, dass Heavy Metal und Volksmusik nicht zusammengehören und die Band keinen Verkaufswert habe. Die Rezeption der Band ist also im eigenen Land offensichtlich anders als im Ausland. So hat man auch versucht Unterstützung im kulturellen Rahmen zu bekommen, aber auch die meisten Kulturorganisationen zeigten bisher wenig Verständnis für die Musik von Korpiklaani.
Der nächste Punkt unseres Interviews betraf noch einmal die Einflüsse, die ihre Musik durch das Land bekommt. Jonne erklärte, dass er etwa fünf Jahre in Lappland gelebt habe und dort viel über eine durchaus auch fremde Kultur gelernt habe. Außerdem ziehe sich die Band zum Songschreiben gerne in die „Wildnis“ zurück. Einsam, mitten im Wald und weit entfernt vom nächsten Supermarkt harre man drei Wochen aus und versuche dann – wenn man sich aufgrund der Nähe nicht gerade streitet – ein Album zu schaffen. Hauptsache ist die Ruhe die man eben für diesen Prozess braucht. Es wurde auch betont, dass die Band nicht synthetisch sei.
Außerdem ließen wir die beiden erklären, warum manche ihrer Songtexte nicht auf Finnisch, sondern auf Englisch verfasst sind. Jonne schob die Schuld auf die Sprache selbst, denn in der Muttersprache wäre es viel schwieriger sich auszudrücken, vor allem weil die Sprache Grenzen habe. Oft schienen finnische Texte auch arrogant oder aufgeblasen. Um also in der englischen Sprache zu dichten, bräuchte man viel weniger Mühe – man müsse einfach nur singen.
Allerdings würden Korpiklaani ihre finnischen Songtexte nicht für internationalen Erfolg verändern. Die Musik und die Texte gehören für sie einfach zusammen, auch wenn so vielleicht die Hörerschaft eingeschränkt würde. Im Zweifel müssten sich ausländische Fans Übersetzungen suchen oder kurz die Sprache lernen – eine Komposition könne man schließlich nicht einfach zerstören.
Zum Schluss fragten wir noch, ob und welche Lieblingsbands die beiden denn haben – und bekamen eine gute, nicht finnische Auswahl: Motörhead, W.A.S.P., Kiss, Judas Priest und Iron Maiden. Schließlich seien sie ja auch schon alt.




Was bleibt also als Zusammenfassung für uns nach dem Interview?
Einsatz für die Traditionen wird nicht immer belohnt, aber lohnen tut er sich trotzdem – und wenn es nur der Ausdruck in der eigenen Musik ist. Musik an sich kann ihre Einflüsse aus vielen Gebieten nehmen, geht aber auch immer auf die Identität des Autors selbst zurück. Finnland bietet für diese Band ganz klar eine Grundlage und einen Weg sich auszudrücken. Außerdem: Fremde Kulturen auch innerhalb der eigenen Landesgrenzen zu erforschen erweitert den eigenen Horizont. Aber den stärksten Einfluss kann Korpiklaani aus ihren eigenen Wurzeln ziehen.








Anmerkungen:
*Für alle, die mit diesem Wort nun nichts anfangen können: Jouhikko ist ein mit der Kantele verwandtes, traditionelles Instrument, das vor allem in der finnischen Volksmusik eingesetzt wird.
**Die Vorgängerband aus der sich Korpiklaani gründete hieß Shaman und beschäftigte sich vor allem mit der saamischen Kultur.




- Und damit ihr noch seht, mit wem wir da gesprochen haben, noch ein kleines Bild zum Ende:
korpiklaaniundwir

Aki Kaurismäki und sein Hamlet

4. Oktober 2009 um 09:00 | Veröffentlicht in Film | Hinterlasse einen Kommentar
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Nachdem es vor zwei Wochen hier eine Einleitung zum Thema finnischer Film von mir gab, steigen wir heute etwas tiefer in die Materie ein und beleuchten heute einen der bekanntesten Regisseure Finnlands. Ich möchte euch heute einen Einblick in das Leben und die Filme von Aki Kaurismäki geben und einen seiner Filme dann noch ein wenig unter die Lupe nehmen.

Zu seiner Person selbst ist zu sagen, dass er im April 1957 in Orimattila (natürlich in Finnland) geboren wurde. Er hat in Helsinki Literatur- und Kommunikationswissenschaften studiert und sich durch verschiedene Aushilfsjobs über Wasser gehalten. Über diese verschiedenen kleinen Jobs ist er dann auch zu einem Magazin gekommen und hat Filmkritiken geschrieben, was letztlich seinen Weg in die Filmwelt geebnet hat. Er begann dann Drehbücher zu schreiben und seine ersten Erfahrungen im Bereich Film zu machen. Seit 1990 lebt er mit seiner Frau in Portugal, kehrt aber für seine Filmprojekte nach Finnland zurück – laut ihm der einzige Ort an dem er Filme machen kann. Kaurismäki spielt in vielen seiner Filme selbst kleine Statistenrollen – als Hommage an Alfred Hitchcock.
Er arbeitet in den meisten seiner Filme mit den gleichen Leuten zusammen. So sind fast alle Filme mit dem gleichen Kameramann (Timo Salminen) entstanden und auch viele der Schauspieler tauchen immer wieder in seinen Filmen auf, so wie etwa Kati Outinen und Matti Pellonpää. Einer der bekanntesten Filme, mit Gastauftritt von Johnny Depp, ist wohl L.A. without a Map.

Auch außerhalb Finnlands ist Kaurismäki verhältnismäßig bekannt, was vor allem an seinem Filmstil liegt, der häufig Aufsehen erregt. Vor allem eins ist sehr offensichtlich in seinen Filmen: Sie sind sparsam. Viele seiner Filme werden daher als Anfängerfilme gesehen, oder auch als Low Budget Produktionen. Oft sind seine Filme aber auch dazu noch skurril und merkwürdig. Gerüchten zu Folge nutzt Kaurismäki auch fast ausschließlich das erste Take einer Szene, soweit kein technisches Problem vorliegt; nicht wie es meist üblich ist, eine Szene 30 Mal zu wiederholen.
Ganz gegenteilig zum Stil von normalen Filmen, sind seine Hauptrollen meist Außenseiter. Bissiger, bis zuweilen auf Unverständnis treffender Humor ist keine Seltenheit bei ihm. Die Kombination aus all diesen Faktoren macht Kaurismäkis Erzählstil im Sinne der Glamour-Filmwelt selbst zum Außenseiter.
Die finnische Mentalität und das Finnland, was Kaurismäki darstellt, gibt es in der Form nicht. Auch wenn viele Nicht-Finnen mit dieser Erwartung nach Finnland kommen, es ist kaum eine natürliche Darstellung bei Kaurismäki, meist ist es übertrieben.

Einen dieser „merkwürdigen“ Filme möchte ich noch etwas näher beleuchten, nämlich Kaurismäkis Adaption von Shakespeares Drama Hamlet. Sicherlich ist Hamlet eins der meist besprochenen und vermutlich auch verfilmten Dramen schlechthin und es gibt auch in Deutschland ein paar doch eher ‚interessante‘ Adaptionen. Worauf man bei Kaurismäkis Version allerdings ganz klar nicht warten sollte ist Shakespeares Tiefgründigkeit, zumindest nicht so, wie man sie wahrscheinlich nach dem Stück erwarten würde.
Die Rahmenhandlung des Dramas – und vor allem die vielen Toten – sind auch bei Kaurismäki geblieben. Wobei aber die Handlung ein wenig moderner adaptiert wurde: Das Königreich Dänemarks des Originals schwand zu Gunsten einer finnischen Firma, dessen Chefetage durch Hamlet und seine Familie besetzt ist, ähnlich auch der Verfilmung The Denmark Cooperation mit Ethan Hawke. Die zwischenmenschlichen Beziehungen Hamlets beziehungsweise aller Personen sind auch in Kaurismäkis Version geblieben, wirken aber meist viel „platter“ und simpler als im Stück selbst.
Das Herausragende, was bei Shakespeares Stück immer im Vordergrund stand, ist Hamlets Melancholie. Er ist sich seiner Rolle nicht bewusst, er zögert, er kann seine Gefühle nicht verarbeiten und nicht verstehen. Die Selbstgespräche, die er mit sich führt, sind seine Versuche seine Gedanken zu ordnen. Kaurismäki beraubt Hamlet förmlich dieser Selbstzweifel. Sein Hamlet wirkt eher ein wenig zurückgeblieben und als ob ihn manche Sachen einfach nicht tangieren. Wenn er zweifelt, dann an seinem Aussehen. Zwar scheint dies eine modernere Interpretation zu sein, aber das was Shakespeare noch in Hamlet sah, will Kaurismäki ihm wohl nicht mehr zugestehen.
Typisch für die Kaurismäkifilme und hier auch wieder genutzt – der Hauptdarsteller bildet den Außenseiter des Films. Er ist der Antiheld, dem man zu Beginn nicht zutraut, die bösen Machenschaften des Onkels überhaupt zu durchschauen. Als er dann doch hinter die Pläne kommen kann, löst auch das keine Emotionen in ihm aus. Er überlegt dann zwar, wie er seinen Onkel aufhalten kann – und entwickelt äußert kluge Ideen, aber besonders wütend scheint er nicht zu sein. Wenn im Film Emotionen vorkommen, so sind sie für seinen eigenen Plan den Onkel hinters Licht zu führen gespielt.
Man kann also sagen: Es ist zwar Shakespeare, aber doch auch nicht. Die Geschichte stimmt, auch macht Hamlet deutlich eine Entwicklung durch, aber auf einer ganz anderen emotionalen Ebene. Hamlet scheint – nicht wie man vielleicht bei einer finnischen Version erwartet hätte – keine Melancholie zu haben, eigentlich kaum wirkliche Gefühle. Kaurismäki unterscheidet sich so deutlich von anderen Adaptionen des Stücks, vor allem natürlich von denen des Mainstreams. Dennoch bleiben so Hamlet und Kaurismäki in diesem Sinne ihrer Rolle als Außenseiter treu.

Generell noch ein Wort zum Thema Adaption zum Schluss: Die Intention, die ein Autor mit seinem Werk verfolgt, kennt auch nur der Autor. Alle anderen lesen in einem Stück vielleicht ganz andere Dinge und meinen dann, sie hätten das Drama richtig interpretiert. Es gibt daher bei Interpretationen generell erst mal kein wahr oder falsch – maximal ein aus Subjektivität heraus entstandenes gefällt oder gefällt nicht. Kaurismäki kann also Shakespeare nicht falsch adaptieren, sondern maximal anders. Wobei in den meisten Filmtheorien davon ausgegangen wird, dass man einen Film nicht als Adaption verstehen sollte, sondern eher als eigenes Werk, dessen Ursprung und Basis durch ein Stück geformt wurden, dem aber ein eigener Werktext zu Grunde liegt. Siehe hierzu auch Schachtschabel, Gaby: Der Ambivalenzcharakter der Literaturverfilmung, Frankfurt am Main: Peter Lang GmbH, 1984.

Falls euer Interesse an finnischem Film nun geweckt ist: Hier könnt ihr shoppen gehen.

Sonstige Quellen: aki-kaurismäki.de
schneeland.com
Jochen Werner: Aki Kaurismäki, Mainz, Bender 2005
Beate Rusch (Hrsg.): Schatten im Paradies. Von den „Leningrad Cowboys“ bis „Wolken ziehen vorüber“ – Die Filme von Aki Kaurismäki. Berlin, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag 1997

Finnische Charts (I)

1. Oktober 2009 um 07:10 | Veröffentlicht in Musik, Nachrichten aus Finnland | 1 Kommentar
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Da gerad wieder einige interessante Künstler hoch in den Charts eingestiegen sind, kann man diesen Zeitpunkt ganz gut nutzen um kurz ein, zwei Worte über die finnischen Charts allgemein zu verlieren. Generell ist es nämlich so, dass auch Künstler bestimmter (nicht aller) Subkulturen keine Probleme haben, ihre Alben in Finnland zu verkaufen.
Das Bild der Chartler ist aber dennoch nicht völlig dem von Deutschland entrückt, so gibts in den finnischen Charts genauso die amerikanischen beziehungsweise “ausländischen” Künstler, wie bei uns zu Lande auch (also bspw. Rihanna, Lady Gaga, Lily Allan, Greenday oder Ähnliches). Neben der wirklichen Popkultur (gibt ja auch noch einige deutsche und deutschsprachige Künstler, wie es eben auch in Finnland ein paar nationale Popsternchen gibt), ist in den finnischen Charts – ähnlich auch wieder wie bei uns – die HipHop-Seite noch ganz gut vertreten; ich schätze aber, dass das in Deutschland weitaus mehr ist.
Ab und zu verirrt sich dann ja auch in Deutschland mal Metal oder Rock in die Charts (Within Temptation, HIM, Nightwish, Cradle of Filth), aber so oft gibts das ja eigentlich nicht – hier ist Finnland dann anders: Musik der härteren Ganghart hat eigentlich keine Probleme in die Charts zu gelangen und Anhänger zu finden. So sind auch hohe Einstiegspositionierungen keine Seltenheit.
Weiteres nettes Beispiel: Wenn Metallica auf Tour gehen und ankündigen in Finnland (respektive Helsinki) zu spielen, ist durchaus damit zu rechnen, dass 3-4 ihrer Alben wieder in die Top20 aufsteigen – nur weil sie mal vorbeikommen.

Chartplatzierungen:
FIN: #2 – Sonata Arcticas The Days of Grays, erhielt am Tag der VÖ direkt Gold.
(Andere Länder: GER #24, SWE #31, NOR #46, NET #50)
FIN: #3 – The 69 Eyes’ Back in Blood
(Andere Länder: GER #32, SWE #73, SWI #87)
Positionierung je am Tag der VÖ.

Tourabschluss Nightwish

21. September 2009 um 08:04 | Veröffentlicht in Musik, Persönlichkeiten | Hinterlasse einen Kommentar
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Nach über zwei Jahren und 194 Shows ging am Samstagabend (19.09.09) Nightwishs Dark Passion Play-Tour zu Ende. Wie auch 2005 wurde die Tour mit einer Show in Helsinkis Hartwall Areena beschlossen, die rund 11.000 Besucher zulässt. Die Show war bereits wenige Stunden nachdem die Karten im April zu kaufen waren ausverkauft. Manche Karten wurden bis zu fünf mal teurer weiterverkauft. Einige Fans reisten bereits Freitag an und übernachteten vor der Areena, um an gute Plätze zu kommen.


Die Vorband am Samstag war Apocalyptica, die sich nicht groß anstrengen mussten um Stimmung zu erzeugen. Pünktlich um 19.30Uhr starteten sie ihre einstündige Show. Nightwish folgten ihnen um 21.15Uhr finnischer Zeit.
Die Stimmung war absolut brilliant, begrüßt wurde die Band mit einigen Laolawellen. Die Fans wollten noch einmal richtig mit Nightwish feiern – was auch eindeutig gut geklappt hat. Auch die Band selbst war in topform und in super Stimmung, wahrscheinlich in sehnsüchtiger Erwartung der Tourpause.
Ähnlich wie am 21.10.05 hatten Nightwish wieder Gastmusiker geladen, um dem Abschlusskonzert eine besondere Atmosphäre zu verleihen, wie den Finnen Pekka Kuusisto und den Engländer Troy Donockley.
Größere Scherze zum Abschluss blieben allerdings aus, wenn auch Herr Holopainen an seinem Boot ein neues Dekoelement – eine Plastikangel mit pinken Fischen – vorfand.
Pannen oder größere Verspieler gab es ebenfalls nicht. Der Sound war top.
Nightwish waren energiegeladen und haben nochmal alles gegeben. Herr Vuorinen ist mal wieder einen Marathon auf der Bühne gelaufen. Herr Hietala scherzte über bald zu verschickende Briefe.

Vor der Zugabe bedankten sich die Fans mit einem “Kiitos”-Chor bei der Band für ihre Leistungen. Nach der Show schien vor Allem Herr Holopainen erleichtert, dieses letzte Stück nun zu einem imposanten Ende gebracht zu haben.
Man kann es nicht anders sagen: Der Abend war einfach gelungen.


Die Setlist des Abends war:
Finlandia (Intro)*, 7 Days To The Wolves, Ever Dream, Wishmaster, Romanticide, Amaranth, The Siren**, While Your Lips Are Still Red**, The Poet And The Pendulum, Nemo, Sahara, Dark Chest Of Wonders, The Islander*, Walking In The Air*, Last Of The Wilds*, Meadows Of Heaven, Ghost Love Score, Wish I Had An Angel.
(*mit Donockley, **mit Kuusisto)


Da Kameras im Zuschauerraum nicht zugelassen waren, sehe ich hier nun davon ab euch Bilder zu präsentieren. Allerdings kursieren im Netz ohnehin schon allerhand Dokumente des Abends.


Von der Dark Passion Play-Tour gibt es eine Live-CD/DVD, Made in Hong Kong. Von der letzten Show wird daher keine DVD, wie 2005, erwartet.
Laut Frau Olzon sollte die nun eingelegte Pause nicht all zu lang sein; metalfromfinland zu Folge wird das nächste Album der Band 2011 erwartet. Herr Hietala erwartet die Fans 2013 zurück in der Hartwall Areena, zum nächsten Tourabschluss.

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