Geschichte der Kaffee-Weltmeister

4. November 2009 um 19:42 | Veröffentlicht in Essen, Geschichte, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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Finnland ist ein Land vieler Rekorde und auch für Besucher schnell ersichtlich ist die Liebe zum Kaffee. Laut Statistik ist Finnland das Land mit dem höchsten Kaffeekonsum pro Kopf: An die fünf Tassen des bitteren Getränks verdrückt ein Finne statistisch pro Tag.

Kaffee war nicht immer so leicht zu bekommen und sein Genuss hatte auch nicht grundsätzlich bei jedem so ein hohes Ansehen. Anfang des 18. Jahrhunderts fand er seinen Weg nach Finnland, allerdings zuerst in die Städte und höheren Sozialschichten. 1756 wurde sein Genuss dann aber erst mal im gesamten Schwedischen Reich (wozu Finnland gehörte) verboten – daran hat sich bloß kaum jemand gehalten. Ganze vier Mal hat man in Finnlands Zeit als Teil des Schwedischen Reichs (also bis 1809) den Kaffee verboten oder den Konsum mit hohen Steuern einzudämmen versucht. Offensichtlich erfolglos. Anfang des 19. Jahrhunderts breitete sich die Sitte des Kaffetrinkens auch auf die ländliche Bevölkerung aus und allmählich über das ganze Land.

Trotz seiner stetigen großen Beliebtheit war der Konsum des Kaffees nie so hoch wie heute, da er früher ein sehr teures Importgut war. 1819 wurde ein Kaffeeverbrauch von 25 Gramm pro Kopf und Jahr errechnet. Damals musste ein Arbeiter drei Tage lang voll arbeiten, um sich ein Kilo Kaffee leisten zu können. 1840 hatte sich dieser immense Preis bereits halbiert, während sich der Import versiebenfacht hatte. Noch besser wurden die Zeiten für Kaffeeliebhaber nachdem 1847 der British Navigation Act aufgehoben worden war und die Schiffahrer weniger Restriktionen ausgesetzt waren. 1860 betrug der durchschnittliche Konsum schon ein Kilo pro Kopf und raste bis heute weiter in die Höhe. Die Preise fallen derweil. Heute muss ein Finne nur noch eine Halbe Stunde arbeiten, um sich ein Kilo Kaffee leisten zu können.

Quelle: Alho, Olli (Hrsg.): Kulturlexikon Finnland, aus dem Englischen von Gisbert Jänicke, Helsinki. Finnische Literaturgesellschaft. 1998.

Essen und internationale Beziehungen

18. September 2009 um 08:10 | Veröffentlicht in Essen, Politik | Hinterlasse einen Kommentar
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Dem gewöhnlichen Staatsbürger sind diplomatische Beziehungen manchmal ein Rätsel. Wer darf wem die Hand schütteln, wer sitzt beim Staatsempfang neben wem und welches Gastgeschenk bringt man mit? Als Nichtpolitiker gibt es einige Faux pas, die man begehen kann – aber um diese zu vermeiden hat jedes Land ja seine großen Staatsmänner und -frauen. Man glaubt gar nicht, wie schnell solche Beziehungen sonst irreparabel geschädigt werden können. Ein Beispiel, wie man internationale Beziehungen pflegt.


Als Erstes zu merken für angehende Diplomaten: Ehrlichkeit ist ganz wichtig! Wenn man nach einem Besuch im fremden Land der Meinung ist, dass etwas während der Reise nicht in Ordnung war, dann sollte man das auch sagen. Wie zum Beispiel der italienische Premier Berlusconi. Nach einem Finnlandbesuch klangen seine Äußerungen nämlich in etwa so: “Finnisches Essen ist grässlich!”
Natürlich reagierte man in Finnland auch auf die Kritik aus dem Ausland. So lud man dann den italienischen Botschafter in Finnland de Mohr gern nochmal ins Außenministerium ein, um über die Kritik zu sprechen.
Solche Aussprachen sind vor allem dann wichtig, wenn es gemeinsame Entscheidungen zu treffen gilt, wie festzulegen wo die europäische Lebensmittelbehörde ihren Sitz bekommt. Bis auf Italien war sich die EU hier nämlich schon einig: In Helsinki.
Allerdings darf man den italienischen Premier hier nicht unterschätzen. Er hat bei einem erneuten Besuch in Finnland, um mit Staatspräsidentin Halonen über den Sitz der Behörde zu sprechen, nach eigenen Angaben seinen Playboycharme eingesetzt, um die Entscheidung zu seinen Gunsten zu beeinflussen. (Ein kostenloser Tipp, liebe Diplomaten. Schreibt ihn euch auf!)
Nun sitzt die Lebensmittelbehörde übrigens in Parma, weit weg vom Rentierfleisch – aber nah am Schinken. Um Berlusconi dazu auch noch einmal zu gratulieren, schickte ein finnischer Politiker eine Postkarte mit guten Wünschen und dem Bild eines Schweins. (Kommunikation! Noch so ein guter Tipp! Stellt euch vor, wie die Situation hätte eskalieren können, wenn man da nicht unglaublich feinfühlig gewesen wäre und die Gratulation vergessen hätte!)
Der finnische Premier Vanhanen hat dann zur Pflege der Beziehungen zu Italien später auch noch zugegeben, wie gut das Essen dort doch ist. Er hätte eine Vorliebe für Spaghetti – wie für alles einfache Essen.
Und da man ja auch weiß, was sich gehört und nicht schadenfroh ist, waren die Finnen auch eher bedrückt von der Tatsache, dass Finnland die Pizza-Weltmeisterschaft in New York gewonnen hat, vor Italien – dem Geburtsland der Delikatessen. Man kann als Land bei sowas ja auch nicht einfach so gewinnen, hinterher schädigt man noch die internationalen Beziehungen.

Quellen: Finnische Mundpropaganda
news.at

Jugendliche heißen Drogen gut

25. August 2009 um 19:32 | Veröffentlicht in Essen, Kultur, Nachrichten aus Finnland | Hinterlasse einen Kommentar
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Viele Jugendliche in Finnland sind dem Alkoholgenuß nicht abgeneigt. Das Einstiegsalter für Alkohol und Zigaretten ist erneut gesunken. Viele Jugendliche glauben, dass es normal ist, jede Woche betrunken zu sein. Auch das Rauchen von Zigaretten wird nicht mehr als schlimm empfunden, so wie es früher war.
Diese Ergebnisse brachte eine Studie an 90.000 Jugendlichen im Alter von 14 bis 18.

Quelle: yle.fi

Karelische Piroggen

4. August 2009 um 13:50 | Veröffentlicht in Essen, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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Da ich mich heute an die Eigenproduktion von karelischen Piroggen begebe, hab ich gedacht, ich könte euch das Rezept auch kurz online stellen. Vielleicht möchtet ihr dieses traditionelle, finnische Gericht auch selbst mal versuchen. Ich kann es euch jedenfalls nur empfehlen.

Ihr braucht für eure Piroggen erstmal Folgendes: (dunkles) Roggenmehl, (normales) Mehl, Wasser, Salz, Eier, Milchreis, Milch und Butter


Für den Teig vermischt ihr zu gleichen Teilen Roggen- & normales Mehl mit Wasser und Salz. Ich hab heute etwa einen halben Liter Wasser genommen, es kommt natürlich darauf an, wie viele Piroggen ihr letztlich haben wollt. Daher fangt lieber klein an, Teig nachzuarbeiten ist kein Problem. Denn das Einzige, das man mit diesem Teig machen muss, ist kneten – bis er so richtig schön klebrig ist. Dann stellt ihr ihn in den Kühlschrank.
Für die Füllung müsst ihr Milchreis kochen. Ich habs heute mit 250g Milchreis versucht (+ einen Liter Milch). Den Milchreis kochen und bitte das Salz nicht vergessen. Anschliessend ziehen lassen. Wenn der Milchreis kalt genug(!) ist, gebt ihr ein Ei dazu – für die Bindung der Masse.
Nun habt ihr die zwei Komponenten – jetzt müssen sie nur noch zusammen gefügt werden. Das bedeutet ihr knetet den Teig nochmal richtig durch und rollt dann jeweils kleine Stückchen aus – so groß wie die Grundform eurer Piroggen sein soll. Dann gebt ihr etwas Milchreis-Mischung dazu und faltet die Kanten. Achtet drauf, dass die Kanten nicht abstehen, sondern aufliegen, sonst verbrennen sie sehr schnell. Wenn ihr eure Piroggen nun geformt habt, bestreicht ihr sie noch mit einer Butter-Ei Mischung. (Butter erwärmen, Ei dazu, aber ohne das es stockt.)
Dann müssen die Piroggen noch kurz, für etwa 15-20 Minuten, in den Backofen bei 250°.

Ihr könnt, wenn ihr möchtet, als kleine Zugabe noch 2-3 Eier kochen und diese mit dem Rest Butter verühren. Dann habt ihr “Munavoi”, also Eierbutter, die man ganz hervorragend auf die Piroggen schmieren kann.

Quellen: “Rezeptwoche”
“Heimische Küche”
Rezeptübermittlung beim Backen mit Finnen

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