Nationalfeiertag

6. Dezember 2009 um 12:36 | Veröffentlicht in Geschichte, Kultur, Persönlichkeiten | Hinterlasse einen Kommentar
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Vor nun 92 Jahren erlangte Finnland Unabhängigkeit von Russland, dessen Großfürstentum  das Land gewesen war. Am 6. Dezember 1917 verabschiedete das Parlament eine Unabhängigkeitserklärung. Diese wurde am 31. Dezember des gleichen Jahres bei einem Treffen zwischen damaligem Senatspräsidenten Svinhufvud und Lenin in Petrograd förmlich anerkannt. Viele  Europäische Länger, so wie Deutschland und die skandinavischen Länder, folgten kurz darauf mit der Anerkennung von Finnlands Souveränität. Nur Großbritannien und die Vereinigten Staaten warteten noch bis 1920 die Unabhängigkeit rechtlich anzuerkennen. Der erste Präsident der jungen Republik wurde 1919 Kaarlo Juho Stålberg.

Der 6. Dezember wird seit einigen Jahrzehnten als Finnlands Nationalfeiertag begangen. Das Fest ist sehr patriotisch geprägt. Es gibt Empfänge, Paraden, Fackelzüge der Studenten und Festtagsgottesdienste. Es ist Brauch, an diesem Tag zwei Kerzen ins Fenster zu stellen.

Mit großer medialer Aufmerksamkeit wird der alljährliche Ball im Palais der Präsidentin verfolgt. Zwischen 1600 und 2000 Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport werden dort empfangen. Im Vorfeld gab es aufgrund der allgemeinen Schweinegrippe-Hysterie Diskussionen darüber, ob der Ball ein zu großes Risiko darstelle. Die Veranstaltung findet aber wie gewohnt statt. Die Feierlichkeiten werden im Fernsehn wie im Internet von vielen Zuschauern live mitverfolgt.

Die Präsidentin beim Empfang

Grüße der Präsidentin zum Unabhängigkeitstag

6. Dezember 2009 um 11:05 | Veröffentlicht in Kultur, Persönlichkeiten | Hinterlasse einen Kommentar
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Independence Day greetings from the President of the Republic of Finland to expatriate Finnish communities, 6 December 2009

Finland is part of a globalising world. We are a Member State of the European Union and are actively involved in international organisations such as the United Nations. Our economy and civil society organisations have also become increasingly international.

More Finns are moving from one country to another. Living abroad for a longer or shorter period is increasingly part of people’s lives. Some leave Finland or come to Finland for work, studies or retirement. People move from one country to another in every stage of life.

You, Finns living abroad, perform important work as ambassadors for Finland and Finnish culture. You play a key role in shaping the image that Finland has in your current living environment. You actively keep in touch with Finland and share your experiences from abroad with us. The work you do abroad and the networks you have created are invaluable. It is important for Finland that your ties to your home country remain strong.

I send you my warmest greetings on the 92nd anniversary of Finland’s independence.

Tarja Halonen
President of the Republic

Quelle: www.presidentti.fi

Finnlands Staatspräsidenten im Überblick II

28. September 2009 um 11:08 | Veröffentlicht in Geschichte, Persönlichkeiten, Politik | Hinterlasse einen Kommentar
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Hier folgt der zweite Teil der Übersicht über Finnlands Staatspräsidenten, diesmal von Carl Gustav Mannerheim bis Tarja Halonen. Der erste Teil des Artikels findet sich hier.

Carl Gustav Mannerheim 1944-1946
Mannerheim ist eine so schrecklich berühmte und wichtige Persönlichkeit, dass ich mich auf ein paar Stichworte beschränken muss. Zuerst mal war er lange beim Militär und spielte beim Bprgerkrieg 1918 eine wichtige Rolle. Er hatte den Oberbefehl über die sog. „weißen“ Truppen. Die besiegten „Roten“ wurden hinterher ziemlich grausam behandelt, wogegen Mannerheim wohl nichts unternommen hat. Im Winterkrieg war Mannerheim Oberbefehlshaber der finnischen Armee. Als Präsident von Finnland (1944-1946) brach er die Beziehungen zum Deutschen Reich ab und schloss dann direkt einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion. Siehe dazu auch den Abschnitt über Risto Ryti.

Mannerheim



Juhu Kusti Paasikivi 1946-1956
Paasikivi hatte bis 1885 den noch nicht fennifizierten (also schwedischen) Namen Johan Gustav Hellsten. Er ist vor allem bekannt für die Aussöhnungspolitik mit der Sowjetunion. In den 1960ern und 70ern vollführte Finnland den Drahtseilakt, gleichzeitig gute politische Beziehungen zu Skandinavien (zur Sicherung von Finnlands Anschluss an Westeuropa) und dem mächtigen Nachbar Sowjetunion (zur Wahrung der finnischen Unabhängigkeit) zu halten.

paasi



Urho K. Kekkonen 1956-1982
Es folgt ein weiterer, sehr wichtiger Mensch und einer der wenigen Namen, die man auch außerhalb Finnlands schon mal gehört hat. Kekkonen ist der am längsten amtierende Staatspräsident Finnlands. Nach seiner Amtszeit hat man darum festgesetzt, dass der finnische Präsident höchstens für zwei mal sechs Jahre regieren darf. Kekkonen führte die Politik Paasikivis fort, welche man deshalb Paasikivi-Kekkonen-Linie nennt. Beständig war er (sehr erfolgreich) um ein friedliches Verhältnis zur Sowjetunion und der Versicherung von Finnlands Neutralität bemüht, wobei er einen recht autoritären Regierungsstil pflegte. Kekkonen ist immer noch sehr beliebt in Finnland, da er den Land zu Aufstieg und Wohlstand verhalf.

Mauno Koivisto 1982-1994
Koivisto wurde Präsident, nachdem Kekkonen aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. Er führte zuerst die Außenpolitik Kekkonens fort bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Danach unterstützte er zum Beispiel den EU-Beitritt Finnlands, der 1995 erfolgte.

Martti Ahtisaari 1994-2000
Ahtisaari ist außer Politiker auch noch Diplomat. 2008 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. Er war zum Beispiel viele Jahre lang Namibia-Beauftragter der UNO. Auch war er beteiligt am Erreichen vom Ende des Bürgerkriegs in Aceh (Indonesien) im Jahr 2005. Später leitete er zudem die Verhandlungen über den zukünftigen Status vom Kosovo.

Tarja Halonen 2000-
Wir sind in der Gegenwart bei der aktuellen finnischen Präsidentin angekommen. Sie ist, wie vielleicht aufgefallen ist, die erste Frau, die dieses Amt bekleidet. Zuvor wurde sie bereits die erste weibliche Außenministerin in Finnland. Sie ist ein eher unkonventioneller Mensch, war zur Zeit ihrer Wahl alleinstehende Mutter, ist aus der Kirche ausgetreten, mag keine steif-feierlichen Zeremonien und setzt sich schon lange für Menschenrechte und Minderheiten, zum Beispiel Schwule und Lesben, ein. Gleichzeitig genießt sie großes Vertrauen, wodurch sie zum Beispiel im Jahr 2000 auf dem Millenniums-Gipfel der UNO gemeinsam mit Namibias Präsident Sam Nujoma den Vorsitz geführt hat.

Quelle: Ingrid Bohn – Finnland. Von den Anfängen bis zur Gegewart. In: Geschichte der Länger Skandinaviens. Herausgegeben von Jörg-Peter Findeisen. Regensburg: Verlag Friedrich Pustet, 2005.

Tourabschluss Nightwish

21. September 2009 um 08:04 | Veröffentlicht in Musik, Persönlichkeiten | Hinterlasse einen Kommentar
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Nach über zwei Jahren und 194 Shows ging am Samstagabend (19.09.09) Nightwishs Dark Passion Play-Tour zu Ende. Wie auch 2005 wurde die Tour mit einer Show in Helsinkis Hartwall Areena beschlossen, die rund 11.000 Besucher zulässt. Die Show war bereits wenige Stunden nachdem die Karten im April zu kaufen waren ausverkauft. Manche Karten wurden bis zu fünf mal teurer weiterverkauft. Einige Fans reisten bereits Freitag an und übernachteten vor der Areena, um an gute Plätze zu kommen.


Die Vorband am Samstag war Apocalyptica, die sich nicht groß anstrengen mussten um Stimmung zu erzeugen. Pünktlich um 19.30Uhr starteten sie ihre einstündige Show. Nightwish folgten ihnen um 21.15Uhr finnischer Zeit.
Die Stimmung war absolut brilliant, begrüßt wurde die Band mit einigen Laolawellen. Die Fans wollten noch einmal richtig mit Nightwish feiern – was auch eindeutig gut geklappt hat. Auch die Band selbst war in topform und in super Stimmung, wahrscheinlich in sehnsüchtiger Erwartung der Tourpause.
Ähnlich wie am 21.10.05 hatten Nightwish wieder Gastmusiker geladen, um dem Abschlusskonzert eine besondere Atmosphäre zu verleihen, wie den Finnen Pekka Kuusisto und den Engländer Troy Donockley.
Größere Scherze zum Abschluss blieben allerdings aus, wenn auch Herr Holopainen an seinem Boot ein neues Dekoelement – eine Plastikangel mit pinken Fischen – vorfand.
Pannen oder größere Verspieler gab es ebenfalls nicht. Der Sound war top.
Nightwish waren energiegeladen und haben nochmal alles gegeben. Herr Vuorinen ist mal wieder einen Marathon auf der Bühne gelaufen. Herr Hietala scherzte über bald zu verschickende Briefe.

Vor der Zugabe bedankten sich die Fans mit einem “Kiitos”-Chor bei der Band für ihre Leistungen. Nach der Show schien vor Allem Herr Holopainen erleichtert, dieses letzte Stück nun zu einem imposanten Ende gebracht zu haben.
Man kann es nicht anders sagen: Der Abend war einfach gelungen.


Die Setlist des Abends war:
Finlandia (Intro)*, 7 Days To The Wolves, Ever Dream, Wishmaster, Romanticide, Amaranth, The Siren**, While Your Lips Are Still Red**, The Poet And The Pendulum, Nemo, Sahara, Dark Chest Of Wonders, The Islander*, Walking In The Air*, Last Of The Wilds*, Meadows Of Heaven, Ghost Love Score, Wish I Had An Angel.
(*mit Donockley, **mit Kuusisto)


Da Kameras im Zuschauerraum nicht zugelassen waren, sehe ich hier nun davon ab euch Bilder zu präsentieren. Allerdings kursieren im Netz ohnehin schon allerhand Dokumente des Abends.


Von der Dark Passion Play-Tour gibt es eine Live-CD/DVD, Made in Hong Kong. Von der letzten Show wird daher keine DVD, wie 2005, erwartet.
Laut Frau Olzon sollte die nun eingelegte Pause nicht all zu lang sein; metalfromfinland zu Folge wird das nächste Album der Band 2011 erwartet. Herr Hietala erwartet die Fans 2013 zurück in der Hartwall Areena, zum nächsten Tourabschluss.

Film in Finnland

20. September 2009 um 09:00 | Veröffentlicht in Film, Geschichte, Persönlichkeiten | 2 Kommentare
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Heute gibt es für euch mal ein gänzlich anderes Thema zu lesen – einen längeren Beitrag von mir zum Thema „Finnischer Film“. Gerade weil wir uns bemühen wollen, Finnland von vielen Seiten zu zeigen, lag es nahe, sich auch einmal mit dem Thema Film auseinanderzusetzen und zu schauen, was es zu diesem Thema alles gibt. Heute gibt es die Einleitung zum Thema Film in Finnland, in zwei Wochen schauen wir uns einen bestimmten finnischen Filmemacher dann einmal genauer an.




Generell hat Finnland eine doch sehr ausgeprägte Filmszene und auch – ähnlich wie in Deutschland – mehrere landeseigene Produktionen pro Jahr, die auch in die Kinos kommen; wobei die Anzahl in Deutschland sicherlich größer ist.
Schwedische und Finnische Filme laufen im Kino und im Fernsehen immer als Original, eventuell noch mit der jeweils anderen Sprache als Untertitel. Aller anderen Filme bleiben ebenfalls in der Originalsprache und werden dann zweisprachig – Finnisch und Schwedisch – untertitelt. Es gibt also meist einen großen Anteil an englischsprachigen Filmen im finnischen Kino, manchmal auch ein paar spanische, französische oder deutsche – wobei wirklich nicht synchronisiert wird. Im finnischen Fernsehen gibt es auch noch mehrere russische Produktionen. Die einzige Ausnahme für Synchronisation bilden Kinderfilme und -serien, die ‚eingefinnischt‘ werden, da Kinder die Untertitel auch noch nicht lesen könnten und noch keiner weiteren Sprache mächtig sind.
Aus Kosten- & Sprachgründen wird auf Synchronisation verzichtet. Argumentiert wird bei Nichtsynchronisation mit der Tatsache, dass Finnen allgemein eine sehr hohe Schuldbildung erfahren und daher dem Englischen vertraut sind. Andersherum muss man auch sehen: Wer ins Kino möchte, wird zwangsläufig etwas Englisch verstehen müssen, damit er Spaß am Film haben kann.




Nun ein kurzer Blick auf die Geschichte des Films in Finnland, für mehr Details empfehle ich hier zu lesen.
Das Hoch des finnischen Films liegt in den 30er und 40er Jahren. Die Filme haben meist auch international einen Stellenwert, auch wenn sie aufgrund der Sprache nur mit Untertitelung zugängig sind. Vor allem Literaturverfilmungen und patriotisch/historische Werke werden in dieser Zeit produziert. Thematisch liegt hier ‚das Leiden der Bevölkerung‘ im Trend, aber auch Parodien auf die Kriege. Weiter geht es dann mit romantischen Bauernfilmen, die vor allem auf den Gegensatz zwischen Stadt und Land abzielen. Die Filme dieser Zeit werden auch heute noch regelmäßig im finnischen Fernsehen gespielt.


Das Werk der 50er Jahre ist die Romanverfilmung von Väinö Linnas “Der unbekannte Soldat”. Die Erfahrungen aus dem Krieg wurden hier verarbeitet, am Beispiel von Soldaten an der nordkarelischen Front. Sowohl Roman als auch Film sind wichtiger Bestandteil des kollektiven Bewusstseins in Finnland.


Die Herstellung und die Thematik verlieren in den 60er und 70er Jahren an Potential, Ausnahme bildet hier noch Regisseur Risto Jarva, dessen Filme auch in Deutschland liefen. Ab 1975 gab es dann die Turhapuro-Filme, die fast als einzige Filme in Finnland Geld einspielten. Diese Filme von Spede Pasanen waren eher eigenwillig und meist Spaßproduktionen, allerdings auch massentauglich.


In den 80er Jahren begann dann die Zeit von Mika und Aki Kaurismäki. Zuerst gab es mehrere Gemeinschaftsproduktionen, später trennten sich ihre Wege aber. Mika arbeitet vorwiegend im Ausland bei internationalen Produktionen, Aki ist bei der finnischen Mentalität geblieben – aber darüber gibt’s nächste Woche mehr. Einer der bekanntesten Filme ist dann aber noch zu nennen: L.A. without a Map, in dem sogar Johnny Depp auftaucht. Hier zu erwähnen wäre auch noch der Finne Renny Harlin, der unter Anderem beim Actionfilm Die Hard 2 Regie geführt hat.


Mittlerweile ist der finnische Film international, was durchaus auch auf die Kaurismäkis zurück zu führen ist. Das Niveau kann sich dem Vergleich durchaus stellen und mittlerweile sind finnische Filme auch kommerziell erfolgreich. Viele Filme aus der heutigen Zeit – von den 90ern an – sind allerdings eher vergangenheitsgerichtet. Einer der bekannteren Filme aus der neueren Zeit und gleichzeitig ein Beispiel für thematische Rückwärtsgewandheit ist Rukajärven tie, der sich mit der Thematik des Winterkriegs auseinandersetzt. Auch ein sehr aktueller Film, Die Jungs aus Skavaböle, schließt sich diesem Trend an.
Wichtig zu nennen wären hier beispielsweise noch Der Mann ohne Vergangenheit, Liebe in Helsinki, Hinfahrt Mombasa und Von Perlen und Säuen, zu denen ihr hier noch ein paar Informationen findet. Man ist mittlerweile thematisch etwas breiter gefächert, so dass unter Anderem auch Themen wie Jugendkultur und Gegenwartsdarstellung in aktuellen Filmen auftauchen.

Quellen:
schneeland.com

Finnlands Staatspräsidenten im Überblick

13. September 2009 um 10:00 | Veröffentlicht in Geschichte, Persönlichkeiten, Politik | 1 Kommentar
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In diesem Artikel möchte ich einen kleinen Überblick über die Menschen geben, die bisher Finnlands Staatsoberhaupt waren bzw. sind. Unvermeidlich wird dies zugleich ein kleiner Geschichtsüberblick.
Der Präsident (offiziell: Präsident der Republik Finnland; finnisch: Suomen Tasavallan Presidentti; schwedisch: Republiken Finlands President) wird direkt vom Volk für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Seit 1994 darf er nicht öfter als für zwei Amtsperioden gewählt werden. Das genaue Wahlprozedere soll aber nicht Gegenstand dieses Artikels werden. Ich verweise auf unseren Artikel über das politische System Finnlands. Statt dessen sollen die bisherigen Präsidenten in Hinblick auf die „Taten“, durch die ihr Bild im Gedächtnis der Geschichte hauptsächlich geprägt wurde, vorgestellt werden.
Ich beginne mit den ersten fünf Präsidenten und die nächsten sechs folgen in zwei Wochen.



Kaarlo Juho Stålberg 1919-1925

Er war der erste Präsident der jungen Republik Finnland und kommt aus dem liberalen Umfeld. Am 6. Dezember 1917 hatte sich Finnland für unabhängig erklärt. Dann gab es noch einen unschönen, blutigen Bürgerkrieg. Aber schließlich bekamen die Republikaner Überhand und der erste Präsident konnte gewählt werden. Dem Inhaber des Amtes wurde verglichen mit anderen europäischen Demokratien relativ viel Macht übertragen (welche erst in den 90ern wieder eingeschränkt wurde). Stålberg verzichtete aber 1925 demonstrativ auf eine weitere Kandidatur. Später hat er es trotzdem noch mal versucht, unterlag aber knapp seinen Konkurrenten.
Ståhlberg




Lauri Kristian Relander 1925-1931
Der zweite Präsident Finnlands fand kaum Unterstützung und wurde eigentlich ständig kritisiert. Vor allem die Zeit unter den ersten zwei Präsidenten war durch viele Regierungsauflösungen gekennzeichnet. Bis zu Beginn des zweiten Weltkrieges gab es 22 Regierungen.




Pehr Evind Svinhufvud 1931-1937
Er war ein konservativer Politiker und seine Regierungszeit war geprägt von einer angespannten Stimmung zwischen den bürgerlichen Parteien und den Sozialdemokraten. Die Sozialdemokraten waren eigentlich stärkste Partei, aber ihnen wurde die Teilhabe an der Macht versagt. Das wurde Svinhufvud dann zum Verhängnis, er wurde 1937 nicht wiedergewählt.
Vor dem finnischen Parlamentsgebäude kann man eine große Statue von Svinhufvud bewundern.
Svinhufvud





Kyösti Kallio 1937-1940

Kallio war vor seiner Präsidentschaft Mitglied der Agrarischen Union, die später in Finnische Zentrumspartei umbenannt wurde. Unter ihm kam es dann zu einer Aussöhnungspolitik zwischen Links und Rechts und es gab zum ersten Mal eine Mitte-Links-Regierung. Industrieproduktion und Export konnten in dieser Zeit erheblich gesteigert werden. Die Gesellschaftspolitik erfuhr eine neue Ausrichtung nach Vorbild Schwedens. Es wurden auch neue Wege gegangen, den gesellschaftlichen Reichtum umzuverteilen, doch dann kam der zweite Weltkrieg dazwischen.
Kallio





Risto Ryti 1940-1944

Dieser finnische Politiker schloss einen Vertrag mit den Deutschen, nach dem die Deutschen Finnland im Fortsetzungskrieg gegen die Sowjetunion Waffenhilfe und Getreidelieferungen zusicherten, andererseits Finnland aber verpflichtete, keinen Waffenstillstand mit der Sowjetunion zu schließen, ohne Deutschland einzubeziehen. Glücklicherweise war juristisch gesehen nur Ryti an den Vertrag gebunden. Er trat unter einem Vorwand zurück, nachdem der Großangriff aus der Sowjetunion abgewehrt war. Carl Gustav Mannerheim hat dann den Waffenstillstand mit der Sowjetunion geschlossen. Risto Ryti wurde auf sowjetischen Druck hin zu zehn Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen verurteilt,aber schon vier Jahre später wegen begnadigt.




Quelle: Ingrid Bohn – Finnland. Von den Anfängen bis zur Gegewart. In: Geschichte der Länger Skandinaviens. Herausgegeben von Jörg-Peter Findeisen. Regensburg: Verlag Friedrich Pustet, 2005.

Nightwish-Sängerin stark kritisiert

31. August 2009 um 08:01 | Veröffentlicht in Musik, Persönlichkeiten | Hinterlasse einen Kommentar
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[!Keine Wertung intendiert!]




Anette Olzon ist seit dem letzten Album Dark Passion Play Nightwishs neue Frontfrau. Schon allein ihre Berufung zur neuen Sängerin wurde und wird stark diskutiert; viele sind mit der Wahl der neuen Stimme nicht zufrieden. Zuerst war der vermeindliche “Rosenkrieg” zwischen Tuomas Holopainen und Tarja Turunen in den finnischen Medien nicht wegzudenken, als bekannt wurde, dass die Band sich von ihrer alten Sängerin trennt. Dann waren nicht nur die finnischen Medien überflutet von Meldungen über Anette.

Die Band war nun über zwei Jahre auf Tour und hat ihre neue Sängerin der Welt präsentiert. Die Zankereien “neue vs. alte Stimme” sind immer wieder aufgeflammt und nun hat die Diskussion ein neues Argument gefunden: Anette möchte – in der Nightwish-Pause, nach der Tour und vor den Aufnahmen zum nächsten Album – gerne ein Solo-Album aufnehmen und hat dafür einen schwedischen Pop-Musik-Macher engagiert. Neben Vorwürfen wie “Sie kann ohnehin nicht singen” und “Ohne Ausbildung braucht man auch nicht singen”, glauben viele Fans, dass sie nur in die Band wollte, um berühmt zu werden und Geld zu machen. Anettes Wunsch ein Album aufzunehmen, bestätigt nun viele in dieser Annahme. Außerdem mahnten einige Fans, dass sie nun genau das wiederhole, was bei ihrer Vorgängerin zum Rauswurf geführt habe. Einige rechnen auch schon damit, dass die Band Anette nach den Nightwish Tour-Abschluß-Konzert in der Hartwall Areena in Helsinki am 19. September rausschmeißen wird, wie es vier Jahre zuvor mit Tarja passiert war.

Frau Olzon hat sich nun in einem Interview gerechtfertigt, dass auch sie in ihrer freien Zeit gerne weiter Musik machen würde, schließlich hätten auch die anderen Nightwish-Mitglieder musikalische Nebenprojekte. Sie könne nicht so lange still sitzen und ohne Musik sein.

Vor dem Hintergrund, dass sie laut eigenen Aussagen dem Tourdruck und den Unanehmlichkeiten der andauernden Reise nicht gewachsen sei, wundern sich viele über diese Entscheidung.

Äußerungen der Band gibt es dazu bisher nicht.

Quelle: metalfromfinland.com

Jyrki 69

4. August 2009 um 14:05 | Veröffentlicht in Musik, Persönlichkeiten | 1 Kommentar
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Ich habe überlegt, was ich denn in meinem wöchentlichen Bericht nun vorstellen soll – und hab mich dann dafür entschieden, eine finnische Persönlichkeit vorzustellen, die auch nächste Woche Geburtstag hat. Und wer jetzt glaubt, das ist eh nur so ein Klischeerocker, der kann sich praktischerweise jetzt von mir beleeren(sic!) lassen. ;)

Heute geht es mir um Jyrki 69. Zumindest ist das der Name, den die meisten von euch gewohnt sein dürften. Im “normalen” Leben hat der Mann auch einen “normalen” Namen und heißt daher eigentlich Jyrki Emil Pekka Linnankivi – macht sich als Rocker natürlich nicht so gut und wär auch blöd, wenn man das auf Konzerten gröhlen müsste. Daher werden auch die meisten Finnen nicht wissen, wer dieser Linnankivi ist, solang man ihm nicht noch eine Zahl anhängt.

Erstmal zu den Basisdaten, so eine kleine biographische Information ist ja nich schlecht: Jyrki wurde am 15. August 1968 in Helsinki geboren. Er hat seinen musikalischen Werdegang für einen Rockstar relativ früh begonnen: Mit acht Jahren begann er Klavierunterricht zu nehmen, mit 15 stieg er dann auf Akkustikgitarre um, so dass er eine gewisse musikalische Vorbildung hatte. Seine Leidenschaft war zwar Musik, aber er hat zuerst eine eher klassische, akademische Route eingeschlagen: Er hat einen Abschluss in analytischer Chemie gemacht.
Seine Aktivitäten in Bands beschränkten sich auf ein paar Garagensessions, bis dann seine erste richtige Band entstand.
Seit 1990 gibt es nämlich The 69 Eyes, durch die Jyrki letztlich bekannt wurde. Den internationalen Durchbruch hatte die Band 1999 mit ihrem eigentlich fünften Album Wasting the Dawn. In Deutschland wurde die Band durch das Album Blessed Be bekannt, dessen Lied Gothic Girl sogar auf Platz 2 der finnischen Charts stieg.
Seine musikalischen Aktitiväten beschränken sich nicht nur auf diese eine Band, so dass er bei verschiedenen Projekten Gastauftritte zu verzeichnen hat – beispielsweise bei den Bands Kwan oder Maryslim.
2007 hat Jyrki – wie viele andere finnische Künstler, unter ihnen Hanna Pakarinen, Tuomari Nurmio, Timo Kotipelto, Lordi und Pasi Rantanen – den Song “Welcome to Hellsinki” für den Eurovision Song Contest (in Helsinki) aufgenommen.

Was mich aber – neben der Musik – dazu bewogen hat, Jyrki heute hier zu präsentieren, ist die Tatsache, dass er seit 2003 Botschafter der Vereinten Nationen (UN) ist. [Hier ein Zeitungsausschnitt dazu.]
In der finnischen Presse ist diese Tatsache ziemlich diskutiert worden, vor allem aber hat so die Rockszene einen erneuten Zustrom erhalten. Vor allem im Ausland wurde die Neuigkeit – ein “böser” Rocker als UNICEF-Botschafter – mit Verwunderung aufgenommen (soweit sie denn publik wurde).
Seine erste, große Kampagne war “Stolen Childhood” bzw. “Gestohlene Kindheit”. Ihr Einsatz galt Kindern aus dem westafrikanischen Benin.
Der (zu der Zeit) vorsitzende Direktor von UNICEF Finnland, Pentti Kotoaro äußerte sich dazu wie folgt: “Die selbstlose Arbeit der Botschafter [sei] ein unbezahlbares Hilfsmittel für UNICEF. Mit ihrer Hilfe erreicht die Problematik der Rechte der Kinder ein Publikum, zu dem wir anders keinen Zugang hätten.”¹

Am 22. April 2006 wurde ihm von den finnischen Jaycees/Wirtschaftsjunioren The Outstanding Young Persons of the World (TOYP)-Preis zugesprochen. Im Mai des gleichen Jahres wurde ihm der Preis in Soul/Süd-Korea verliehen. In den zwei Jahren zuvor hat er eine lange Zeit in Kenia verbracht. Jyrki hat sich in Westafrika gegen den Kinderhandel und gegen sexuellen Missbrauch eingesetzt. Außerdem unterstützte er Aktionen in Kenia, die die Verbreitung von HIV/Aids verringern sollten.

Zusätzlich zu seinem Einsatz für die UN engagiert sich Jyrki in Kampagnen gegen das Rauchen – so gestartet zum Beispiel vom finnischen Radiosender NRJ oder der Internetseite Fressis.fi. Er versteht sich als Vorbild und möchte seine Musik und seinen Bekanntheitsgrad nutzen, um Gutes zu tun.

Sowohl sein Engagement für die UN, als auch für die Rauchfreiheit, sind beides Dinge, die man einem Rocker nicht zwangsläufig zugetraut hätte; vor allem da sie einfach nicht auf die gängigen Klischees eines Rockstars passen. Seinen Ruhm aber für positive Zwecke zu benutzen – das war mir diesen kleinen Bericht hier wert.

Quellen: Leena Sharma: Hän: Jyrki 69. Suomen Kuvalehti, 2005, nr 44.
Juurikkala, Ville: Route 69, LIKE, 2006
69eyes.com
unicef.fi
¹nordische-musik.de

Die Mumins

2. August 2009 um 12:41 | Veröffentlicht in Film, Literatur, Persönlichkeiten | Hinterlasse einen Kommentar

„Ach, die kommen aus Finnland?!“, stellte schon so mancher erstaunt fest, als er nach Jahren die Figuren seiner Kindheit wieder traf. Spätestens wenn man den Flughafen Helsinki-Vantaa betritt, kann man es gar nicht mehr übersehen. An jeder Ecke begrüßen einen die von der finnlandschwedischen Schriftstellerin Tove Jansson erschaffenen Trolle.

Wer mit dem Begriff „Mumin“ (fin. Muumi, engl. Moomin) so spontan gar nichts anfangen kann, erhält vielleicht ein Aha-Erlebnis, wenn er einmal ein Bild betrachtet.

Dass hinter den niedlichen Trollwesen tatsächlich noch viel mehr steckt als ein Werbeprodukt der finnischen Tourismusbranche und eine Zeichentrickserie, soll in den nächsten Zeilen beleuchtet werden.

Zuerst einmal ein paar Informationen über die Mumintrolle an sich, um die eventuell vorhandene Erinnerung aus der Kindheit etwas aufzufrischen. Die Mumins sind circa 50 cm große, empfindsame und sanfte Wesen mit weichem, hellem Fell und einem Trollschweif. Sie unterscheiden sich somit von den aus der nordischen Mythologie bekannten Trollwesen. Die wichtigsten Figuren sind Mumintroll, der mit Muminmama (mit Schürze und Handtasche) und Muminpapa (mit Zylinder) im Muminhaus lebt. Zeitweise leben dort auch Schnüferl als eine Art Adoptivbruder, Mumins Freundin Snorkfräulein (mit Haarpony und Fußreif) und der freiheitsliebende Schnupferich/Snufkin. Außerdem gibt es die stets durch freche Sprüche auffallende kleine My. Die Namen wurden je nach Übersetzer unterschiedlich ins Deutsche übertragen.

Die Welt der Mumins ist das Mumintal, eine Gegend irgendwo in Finnland an der Schärenküste. Tove Janssons Vorbild hierfür war eine Kindheitserinnerung an das Anwesen ihrer Verwandten in den Stockholmer Schären.

Tove Jansson war eine finnlandschwedische Schriftstellerin, das heißt ihre Muttersprache war Schwedisch und in dieser Sprache hat sie auch ihre Bücher verfasst. Sie ist am 9. August 1914 in Helsinki geboren und am 27. Juni 2001 am gleichen Ort gestorben. Sie stammte aus einem künstlerisch geprägten Haushalt und veröffentlichte schon im jugendlichen Alter Illustrationen. Tove Jansson strebte weniger große Berühmtheit an, als sich zurückgezogen, im engsten Kreise der Familie, in Ruhe ihrem künstlerischen Schaffen zu widmen. Daher widersetzte sie sich auch sehr lange der Kommerzialisierung ihrer Muminwesen und stand vielen Umsetzungen kritisch gegenüber.

Von 1945 bis 1970 erschienen neun Muminbücher. 1954 kamen diese erst nach Deutschland, allerdings wurden die ersten zwei noch viel später übersetzt. Ein Experte der skandinavischen Literatur äußerte die Ansicht, dass diese zwei Werke nicht so lesenswert seien wie die folgenden. Hierzu sollte wohl jeder sein eigenes Urteil bilden. ;) Der Titel des ersten Buches lautet „Mumins lange Reise“ („Småtrollen och den stora översvämningen“, 1945), der des dritten Buches „Die Mumins. Eine drollige Gesellschaft“ („Trollkarlens hatt“, 1948). In jedem Fall lohnt es sich, die Geschichten zu lesen. Für des Schwedischen Mächtige auch unbedingt im Original. Ein Versuch lohnt meiner Einschätzung nach ab dem ersten Lernjahr.

Die ersten fünf Bücher werden allgemein als Kinderbücher angesehen. Die folgenden beschäftigen sich immer stärker mit dem Innenleben der Figuren. Ein häufiges Motiv ist das Auftauchen einer äußeren Bedrohung, die überstanden wird.

Neben diesen Büchern gibt es auch lange Zeit in Vergessenheit geratene Comics. Tove Jansson schrieb diese ab 1954 für die London Evening News des britischen Zeitungssysndikats Associated Newspaper. Später übergab sie diese Arbeit an ihren Bruder Lars. Einige Comics sind hier zu finden.

Die Comics unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von den Büchern. Sie behandeln eher aktuelle Themen und eröffnen zudem viele Details über die Charakterzüge der Mumintrolle. Teilweise gibt es Widersprüche zu den Büchern.

Hiernach wurde der Muminstoff immer wieder neu verwertet. In den 60er Jahren wurde er von der Augsburger Puppenkiste aufgegriffen, in den 70er und 80er Jahren folgte eine Polnisch-österreichische Puppentrickserie (komplett auf DVD erschienen). Am bekanntesten ist allerdings wohl die japanische Muminproduktion im Anime-Stil. Es gab drei verschiedene Serien, die erste aus dem Jahr 1969, die zweite von 1972, hierzulande bekannt ist aber wohl nur die aus den 90er Jahren. Die Trolle und ihre Welt wurden – typisch Anime – stark verniedlicht dargestellt. Tove Janssons Begeisterung weckte dies nicht, auch weil die Geschichten abgewandelt wurden.

Wer Originalillustrationen von Tove Jansson bewundern möchte, sollte einmal einen Ausflug nach Tampere machen. Dort gibt es seit 1987 ein Mumin-Museum, in dem viele Zeichnungen und Skulpturen gezeigt werden. Wer es kommerzieller mag, sollte nach Naantali in den Mumin-Freizeitpark fahren.

Besonders beachtenswerte und erfolgreiche Kommerzprodukte sind die Mumin-Briefmarken, welche die finnische Post alle paar Jahre herausgibt und die Geschirrgarnitur der finnischen Design-Firma Arabia. Darüber hinaus gibt es noch unzählige weitere Produkte, die von den Mumintrollen – meist leider in niedlicher japanischer Version – geschmückt werden.

Quellen:

Rock und Schlager in Turku

29. Juli 2009 um 13:26 | Veröffentlicht in Literatur, Musik, Persönlichkeiten | Hinterlasse einen Kommentar
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In Turku hat gestern (Dienstag) das jährliche Stadtfestival “Down by the Laituri” seine Tore geöffnet. Es ist das älteste Festival seiner Art in Finnland.
Bis Sonntag gibt es in Turku eine Vielzahl von Veranstaltungen und Auftritten unterschiedlichster Natur. Über 100 verschiedene Bands und Künstler werden in dieser Zeit vorgestellt. Unter ihnen beispielsweise die New York Dolls (aus den USA). Heute spielen unter Anderem J. Karjalainen und Veli-Matti Järvenpää gemeinsam. Freitag ist großer Schlagertag, an dem auch Paula Koivuniemi und Kari Tapio nicht fehlen dürfen. Zusätzlich zur Musik gibt es beispielsweise einen ‘Dichterklub’.



Hier noch ein kleiner Veranstaltungshinweis: Am 29.10.2009 spielt Jari Sillanpää – eine der Schlagerlegenden des Landes – in Turku. Nähere Informationen findet ihr hier.



Quelle: yle.fi

Wäinö Aaltonen Museum schließt Ausstellung wegen Fälschung

28. Juli 2009 um 00:04 | Veröffentlicht in Allgemein, Nachrichten aus Finnland, Persönlichkeiten | Hinterlasse einen Kommentar
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In Turku wurde eine Kunstausstellung geschlossen, in der vielleicht ein Teil der Werke Fälschungen sind. Die Ausstellung “Ympyrä – viiva – piste” (Kreis – Linie – Punkt) des Wäinö Aaltonen Museum wird zumindest kurzzeitig für Besucher geschlossen. Gemeinsam mit Experten prüft das Turkuer Museumszentrum die Echtheit der Bilder.

In der Ausstellung werden russische avantgardistische Werke aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts gezeigt. Bereits zuvor in diesem Sommer wurden 14 Kunstwerke aus der Ausstellung genommen, welche vermutlich Fälschungen waren. Dies geschah auf den Vorwurf des Kunstkritikers Otso Kantokorpi hin, die Ausstellung sei Betrug.

Im Bereich des russischen Avantgardismus wurde äußerst viel gefälscht. Zahlreiche Museen prüfen sehr genau, bevor sie Werke des russischen Avantgardismus in ihre Ausstellungen aufnehmen.

Wäinö Aaltonen (1894-1966), dessen Leben und Werke den Kern des nach ihm benannten Museums bilden, war ein finnischer Bildhauer. In Deutschland lässt sich im Gutenberg-Museum in Mainz eins seiner Werke – eine überlebensgroße Büste von Johannes Gutenberg – bewundern.

Quelle: www.yle.fi
www.wam.fi

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