Das politische System Finnlands

6. September 2009 um 08:57 | Veröffentlicht in Finnland, Norden, Politik | Hinterlasse einen Kommentar
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Wie teils von euch gewünscht und teils natürlich auch aus eigenem Interesse, gibt es heute einen Beitrag zum Thema “das politische System” Finnlands. Auf der einen Seite hilft es sicherlich das politische System zu kennen, um so auch ein Land besser kennenlernen zu können; auf der anderen Seite möchten wir auch Grundlagen schaffen, auf denen unsere nächsten Themen aufbauen können. Gerade auch im Bereich der Nachrichten ist es sicherlich sinnvoll einen groben Überblick über das Wesen Finnlands zu haben.




Als Einleitung ist erst mal zu sagen: Finnland ist eine Republik, genauer: Finnland ist eine parlamentarische Demokratie mit Elementen einer Präsidialdemokratie¹.
Wie in einem früheren Artikel bereits erwähnt, gibt es derzeit 5,3 Millionen Finnen – von denen derzeit etwa 4,1 Millionen wahlberechtigt sind². Diese wählen das finnische Parlament, ein Einkammernparlament. Zusätzlich wird auch der Staatspräsident alle sechs Jahre direkt vom Volk gewählt. Der Staatspräsident hat allerdings eher eine repräsentative Funktion, so ist sein Hauptarbeitsbereich die Außenpolitik; dennoch unterstehen ihm die Streitkräfte.

Der Ministerpräsident steht an der Spitze der Regierung, in Finnland üblicherweise eine große Koalition. Parlamentswahlen finden alle vier Jahre statt, dann werden die 200 Plätze des Eduskunta (dt.: Parlament) neu besetzt. Dem Parlament direkt verantwortlich ist der Staatsrat (finn.: valtioneuvosto).


In Finnland gilt allgemeines und gleiches Wahlrecht seit 1906, auch für Frauen. Wählen darf jeder finnische Staatsbürger, der zur Wahl das 18. Lebensjahr vollendet hat². Gewählt wird nach dem Verhältniswahlrecht, wie in den anderen nordeuropäischen Staaten ebenso. Die Wahlen sind direkt und geheim. Wahltag ist immer der dritte Sonntag im März, dieser Tag ist gesetzlich festgelegt. Die nächste Wahl ist somit am 20. März 2011.

Finnland ist in 6 Provinzen aufgeteilt, wobei Aland weitgehenden Autonomiestatus genießt. Das zeigt sich auch im Wahlsystem: Aland entsendet immer einen Abgeordneten in den finnischen Reichstag, um bei Entscheidungen Aland betreffend auch vertreten zu sein. Dieser Abgeordnete wird mit Mehrheitswahlrecht gewählt. Der Abgeordnete, unabhängig seiner eigenen Parteizugehörigkeit, schließt sich immer der Parlamentsfraktion der Schwedischen Volkspartei an.

Es gibt in Finnland 15 Wahlkreise, die je nach Populationsdichte bestimmt wurden. Die Anzahl der entsendeten Abgeordneten hängt von der Einwohnerzahl des Bezirks ab und wird vom Staatsrat festgelegt. Im Vergleich entsendete Lappland 1995 acht Abgeordnete, Helsinki hingegen 19². Jede Partei stellt zur Wahl für ihren Wahlkreis eine Kandidatenliste auf, nach der dann die Abgeordneten gewählt werden. Mit seiner Stimme hat ein Finne direkten Einfluss auf den Rang eines Kandidaten auf der Liste und auf die Kräfteverteilung der Parteien an sich.

In Finnland besitzt jeder Wahlberechtigte gleichzeitig aktives und passives Wahlrecht, ausgenommen jedoch Angehörige des Militärs, Justizkanzler, Justizombudsmann und Mitglieder der obersten Gerichtshöfe².


Seit 1. März 2000 ist das Amt des Staatspräsidenten mit Tarja Kaarina Halonen¹ besetzt, der ersten Frau an der Spitze Finnlands. Ihre Bestätigung erlangte sie 2006 mit 51,8%³. Derzeitiger Regierungschef und Ministerpräsident ist Matti Vanhanen, Zentrumspartei¹. Er steht einer Koalitionsregierung aus Zentrumspartei, der konservativen Sammlungspartei, Schwedischer Volkspartei und Grünen vor. Die Opposition bilden daher Sozialdemokraten, Linksbund, Finnische Christdemokraten und Basisfinnen. Derzeit gibt es 19 eingetragene Parteien in Finnland.
Halonen ist mit Alexander Stubb (Außenminister) für die Außenpolitik verantwortlich. Derzeitiger Finanzminister ist Jyrki Katainen.

Die aktuelle Verfassung Finnlands ist seit dem 1. März 2000 in Kraft⁴. In der Verfassungsreform wurde vor allem die Macht des Präsidenten eingeschränkt, so dass dem Parlament und der Regierung mehr Aufgaben zufallen.
Die Verfassungstätigkeit wird in Finnland von normalen Gerichten überprüft, es gibt kein gesondertes Verfassungsgericht.

Das nördlichste Land der EU hat ein Bruttoinlandsprodukt von 29.000€ pro Kopf (2007)⁵. Im EU Ministerrat hat Finnland sieben Stimmen, im europäischen Parlament wird Finnland mit 13 Sitzen vertreten⁵.
Durch den Einfluss der EU mussten viele Gesetze und Regelungen in Finnland modernisiert werden. Das finnische Rechtssystem gilt aber als sehr konstant und wurde nur selten geändert. Die neuen Regulierungen der EU machten aber einen Wandel notwendig.
Der EU Beitritt Finnlands wurde stark diskutiert. Nach Finnlands Erfahrungen in Kriegen, bemüht sich das Land als neutral zu gelten und sich militärisch nicht einzumischen. Ein Zugeständnis an die EU war daher ein sehr brisantes Thema und wird immer noch nicht vollständig akzeptiert.




Weitere Informationen zur Regierung findet man hier.






Quellen:
¹http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Finnland.html
²Ismayr, Wolfgang (Hrsg.): Die politischen Systeme Westeuropas, Wiesbaden: VS Verlag, 2009, S.244
³http://yle.fi/vaalit/videot/id19599.html
⁴http://www.finlex.fi/pdf/saadkaan/E9990731.PDF
⁵http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Europa/EUErweiterung/Laenderinformationen/finnland.html
http://www.government.fi/ (Übrige Informationen)

Neue immigrationskritische Partei auf dem Vormarsch

28. August 2009 um 07:50 | Veröffentlicht in Finnland, Nachrichten aus Finnland, Politik | Hinterlasse einen Kommentar
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In Finnland gibt es bald vielleicht eine neue Partei, die Immigration nach Finnland kritisiert. Die Partei möchte nicht, dass mehr Einwanderer aus finanziellen Gründen nach Finnland kommen. Die Partei schlägt eine Volksabstimmung vor, in der jede Finne seine Meinung zum Thema Einwanderung abgeben kann.

Der geplante Name der Partei ist Muutos 2011 (“Wandel 2011″). Die neue Partei wird gegründet, wenn sie mindestens 5000 Unterstützer findet. Die Partei versucht drei Abgeordnete in das finnische Parlaments bei der Wahl im Jahr 2011 zu entsenden.

Quelle: yle.fi

Regierung bespricht Jahreshaushalt

27. August 2009 um 10:35 | Veröffentlicht in Kultur, Nachrichten aus Finnland, Politik | 1 Kommentar
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Die finnische Regierung bespricht derzeit den nächsten Jahreshaushalt. Es wird diskutiert, wofür die finnische Regierung im Jahr 2010 ihren Etat nutzen will. Bei den Parteien besteht größere Uneinigkeit aufgrund der allgemein schlechten Finanzlage.

Die Regierungsparteien sind sich beispielsweise über die Veränderung der Lebensmittelsteuer nicht im Klaren. Die Regierung hatte beschlossen, dass zuerst die Steuer auf Nahrungsmittel, die im Kaufhaus verfügbar sind, gesenkt werden sollte. Im nächsten Jahr sollte dies dann auch auf die Steuer für Lebensmittel im Restaurant angewandt werden.

Heute will die Regierung mit der Haushaltsbesprechung fortfahren. Dann soll unter Anderem besprochen werden, woher die Regierung das Geld für die Verringerung der Arbeitslosigkeit nehmen will. Das Parlament soll den Haushalt später im Herbst verabschieden.

Quelle: yle.fi

Arbeitslosenzahl in Finnland gestiegen

25. August 2009 um 19:22 | Veröffentlicht in Nachrichten aus Finnland, Politik, Umwelt | Hinterlasse einen Kommentar
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Die Arbeitslosigkeit in Finnland hat sich weiter verschlimmert. 8% der arbeitsfähigen Finnen hatten im Juli keine Arbeit, das sind etwa 210.000 – laut Angaben des statistischen Bundesamtes (Tilastokeskus). Vor allem bei jungen Menschen ist die Lage derzeit schlimm. Bei den unter 25-jährigen sind momentan etwa 15% arbeitslos.

Die Anzahl der Arbeitslosen wird sich, Prognosen zu Folge, wahrscheinlich im nächsten Jahr noch verschlechtern. Finanzminister Jyrki Katainen äußerte, dass sich die Lage vermutlich erstmal nicht bessern würde. Der Staat solle nun beispielsweise der Baubranche unter die Arme greifen. Unternehmen mussten nach der Wirtschaftskrise vermehrt Menschen entlassen.

Quelle: yle.fi

Parteibild in Finnland gleichbleibend

31. Juli 2009 um 14:33 | Veröffentlicht in Nachrichten aus Finnland, Politik | Hinterlasse einen Kommentar
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Die Unterstützung der Parteien in Finnland hat sich nicht groß verändert.
Eine Wirtschafts- und YLE-Umfrage besagt, dass die nationale Sammlungspartei (Kokoomus) weiterhin die beliebteste Partei ist. 22% der Finnen würden sie derzeit wählen. Das Zentrum und die finnische sozialdemokratische Partei (SDP) liegen bei rund 20%. Die Zentrumspartei ist momentan dennoch beliebter als die SDP.
Bei den kleinen Parteien sind die Zahlen der Grünen, auf etwa 12%, etwas gestiegen.

Quelle: yle.fi

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