Grüße der Präsidentin zum Unabhängigkeitstag

6. Dezember 2009 um 11:05 | Veröffentlicht in Kultur, Persönlichkeiten | Hinterlasse einen Kommentar
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Independence Day greetings from the President of the Republic of Finland to expatriate Finnish communities, 6 December 2009

Finland is part of a globalising world. We are a Member State of the European Union and are actively involved in international organisations such as the United Nations. Our economy and civil society organisations have also become increasingly international.

More Finns are moving from one country to another. Living abroad for a longer or shorter period is increasingly part of people’s lives. Some leave Finland or come to Finland for work, studies or retirement. People move from one country to another in every stage of life.

You, Finns living abroad, perform important work as ambassadors for Finland and Finnish culture. You play a key role in shaping the image that Finland has in your current living environment. You actively keep in touch with Finland and share your experiences from abroad with us. The work you do abroad and the networks you have created are invaluable. It is important for Finland that your ties to your home country remain strong.

I send you my warmest greetings on the 92nd anniversary of Finland’s independence.

Tarja Halonen
President of the Republic

Quelle: www.presidentti.fi

Finnlands Staatspräsidenten im Überblick II

28. September 2009 um 11:08 | Veröffentlicht in Geschichte, Persönlichkeiten, Politik | Hinterlasse einen Kommentar
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Hier folgt der zweite Teil der Übersicht über Finnlands Staatspräsidenten, diesmal von Carl Gustav Mannerheim bis Tarja Halonen. Der erste Teil des Artikels findet sich hier.

Carl Gustav Mannerheim 1944-1946
Mannerheim ist eine so schrecklich berühmte und wichtige Persönlichkeit, dass ich mich auf ein paar Stichworte beschränken muss. Zuerst mal war er lange beim Militär und spielte beim Bprgerkrieg 1918 eine wichtige Rolle. Er hatte den Oberbefehl über die sog. „weißen“ Truppen. Die besiegten „Roten“ wurden hinterher ziemlich grausam behandelt, wogegen Mannerheim wohl nichts unternommen hat. Im Winterkrieg war Mannerheim Oberbefehlshaber der finnischen Armee. Als Präsident von Finnland (1944-1946) brach er die Beziehungen zum Deutschen Reich ab und schloss dann direkt einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion. Siehe dazu auch den Abschnitt über Risto Ryti.

Mannerheim



Juhu Kusti Paasikivi 1946-1956
Paasikivi hatte bis 1885 den noch nicht fennifizierten (also schwedischen) Namen Johan Gustav Hellsten. Er ist vor allem bekannt für die Aussöhnungspolitik mit der Sowjetunion. In den 1960ern und 70ern vollführte Finnland den Drahtseilakt, gleichzeitig gute politische Beziehungen zu Skandinavien (zur Sicherung von Finnlands Anschluss an Westeuropa) und dem mächtigen Nachbar Sowjetunion (zur Wahrung der finnischen Unabhängigkeit) zu halten.

paasi



Urho K. Kekkonen 1956-1982
Es folgt ein weiterer, sehr wichtiger Mensch und einer der wenigen Namen, die man auch außerhalb Finnlands schon mal gehört hat. Kekkonen ist der am längsten amtierende Staatspräsident Finnlands. Nach seiner Amtszeit hat man darum festgesetzt, dass der finnische Präsident höchstens für zwei mal sechs Jahre regieren darf. Kekkonen führte die Politik Paasikivis fort, welche man deshalb Paasikivi-Kekkonen-Linie nennt. Beständig war er (sehr erfolgreich) um ein friedliches Verhältnis zur Sowjetunion und der Versicherung von Finnlands Neutralität bemüht, wobei er einen recht autoritären Regierungsstil pflegte. Kekkonen ist immer noch sehr beliebt in Finnland, da er den Land zu Aufstieg und Wohlstand verhalf.

Mauno Koivisto 1982-1994
Koivisto wurde Präsident, nachdem Kekkonen aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. Er führte zuerst die Außenpolitik Kekkonens fort bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Danach unterstützte er zum Beispiel den EU-Beitritt Finnlands, der 1995 erfolgte.

Martti Ahtisaari 1994-2000
Ahtisaari ist außer Politiker auch noch Diplomat. 2008 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. Er war zum Beispiel viele Jahre lang Namibia-Beauftragter der UNO. Auch war er beteiligt am Erreichen vom Ende des Bürgerkriegs in Aceh (Indonesien) im Jahr 2005. Später leitete er zudem die Verhandlungen über den zukünftigen Status vom Kosovo.

Tarja Halonen 2000-
Wir sind in der Gegenwart bei der aktuellen finnischen Präsidentin angekommen. Sie ist, wie vielleicht aufgefallen ist, die erste Frau, die dieses Amt bekleidet. Zuvor wurde sie bereits die erste weibliche Außenministerin in Finnland. Sie ist ein eher unkonventioneller Mensch, war zur Zeit ihrer Wahl alleinstehende Mutter, ist aus der Kirche ausgetreten, mag keine steif-feierlichen Zeremonien und setzt sich schon lange für Menschenrechte und Minderheiten, zum Beispiel Schwule und Lesben, ein. Gleichzeitig genießt sie großes Vertrauen, wodurch sie zum Beispiel im Jahr 2000 auf dem Millenniums-Gipfel der UNO gemeinsam mit Namibias Präsident Sam Nujoma den Vorsitz geführt hat.

Quelle: Ingrid Bohn – Finnland. Von den Anfängen bis zur Gegewart. In: Geschichte der Länger Skandinaviens. Herausgegeben von Jörg-Peter Findeisen. Regensburg: Verlag Friedrich Pustet, 2005.

Essen und internationale Beziehungen

18. September 2009 um 08:10 | Veröffentlicht in Essen, Politik | Hinterlasse einen Kommentar
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Dem gewöhnlichen Staatsbürger sind diplomatische Beziehungen manchmal ein Rätsel. Wer darf wem die Hand schütteln, wer sitzt beim Staatsempfang neben wem und welches Gastgeschenk bringt man mit? Als Nichtpolitiker gibt es einige Faux pas, die man begehen kann – aber um diese zu vermeiden hat jedes Land ja seine großen Staatsmänner und -frauen. Man glaubt gar nicht, wie schnell solche Beziehungen sonst irreparabel geschädigt werden können. Ein Beispiel, wie man internationale Beziehungen pflegt.


Als Erstes zu merken für angehende Diplomaten: Ehrlichkeit ist ganz wichtig! Wenn man nach einem Besuch im fremden Land der Meinung ist, dass etwas während der Reise nicht in Ordnung war, dann sollte man das auch sagen. Wie zum Beispiel der italienische Premier Berlusconi. Nach einem Finnlandbesuch klangen seine Äußerungen nämlich in etwa so: “Finnisches Essen ist grässlich!”
Natürlich reagierte man in Finnland auch auf die Kritik aus dem Ausland. So lud man dann den italienischen Botschafter in Finnland de Mohr gern nochmal ins Außenministerium ein, um über die Kritik zu sprechen.
Solche Aussprachen sind vor allem dann wichtig, wenn es gemeinsame Entscheidungen zu treffen gilt, wie festzulegen wo die europäische Lebensmittelbehörde ihren Sitz bekommt. Bis auf Italien war sich die EU hier nämlich schon einig: In Helsinki.
Allerdings darf man den italienischen Premier hier nicht unterschätzen. Er hat bei einem erneuten Besuch in Finnland, um mit Staatspräsidentin Halonen über den Sitz der Behörde zu sprechen, nach eigenen Angaben seinen Playboycharme eingesetzt, um die Entscheidung zu seinen Gunsten zu beeinflussen. (Ein kostenloser Tipp, liebe Diplomaten. Schreibt ihn euch auf!)
Nun sitzt die Lebensmittelbehörde übrigens in Parma, weit weg vom Rentierfleisch – aber nah am Schinken. Um Berlusconi dazu auch noch einmal zu gratulieren, schickte ein finnischer Politiker eine Postkarte mit guten Wünschen und dem Bild eines Schweins. (Kommunikation! Noch so ein guter Tipp! Stellt euch vor, wie die Situation hätte eskalieren können, wenn man da nicht unglaublich feinfühlig gewesen wäre und die Gratulation vergessen hätte!)
Der finnische Premier Vanhanen hat dann zur Pflege der Beziehungen zu Italien später auch noch zugegeben, wie gut das Essen dort doch ist. Er hätte eine Vorliebe für Spaghetti – wie für alles einfache Essen.
Und da man ja auch weiß, was sich gehört und nicht schadenfroh ist, waren die Finnen auch eher bedrückt von der Tatsache, dass Finnland die Pizza-Weltmeisterschaft in New York gewonnen hat, vor Italien – dem Geburtsland der Delikatessen. Man kann als Land bei sowas ja auch nicht einfach so gewinnen, hinterher schädigt man noch die internationalen Beziehungen.

Quellen: Finnische Mundpropaganda
news.at

Das politische System Finnlands

6. September 2009 um 08:57 | Veröffentlicht in Finnland, Norden, Politik | Hinterlasse einen Kommentar
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Wie teils von euch gewünscht und teils natürlich auch aus eigenem Interesse, gibt es heute einen Beitrag zum Thema “das politische System” Finnlands. Auf der einen Seite hilft es sicherlich das politische System zu kennen, um so auch ein Land besser kennenlernen zu können; auf der anderen Seite möchten wir auch Grundlagen schaffen, auf denen unsere nächsten Themen aufbauen können. Gerade auch im Bereich der Nachrichten ist es sicherlich sinnvoll einen groben Überblick über das Wesen Finnlands zu haben.




Als Einleitung ist erst mal zu sagen: Finnland ist eine Republik, genauer: Finnland ist eine parlamentarische Demokratie mit Elementen einer Präsidialdemokratie¹.
Wie in einem früheren Artikel bereits erwähnt, gibt es derzeit 5,3 Millionen Finnen – von denen derzeit etwa 4,1 Millionen wahlberechtigt sind². Diese wählen das finnische Parlament, ein Einkammernparlament. Zusätzlich wird auch der Staatspräsident alle sechs Jahre direkt vom Volk gewählt. Der Staatspräsident hat allerdings eher eine repräsentative Funktion, so ist sein Hauptarbeitsbereich die Außenpolitik; dennoch unterstehen ihm die Streitkräfte.

Der Ministerpräsident steht an der Spitze der Regierung, in Finnland üblicherweise eine große Koalition. Parlamentswahlen finden alle vier Jahre statt, dann werden die 200 Plätze des Eduskunta (dt.: Parlament) neu besetzt. Dem Parlament direkt verantwortlich ist der Staatsrat (finn.: valtioneuvosto).


In Finnland gilt allgemeines und gleiches Wahlrecht seit 1906, auch für Frauen. Wählen darf jeder finnische Staatsbürger, der zur Wahl das 18. Lebensjahr vollendet hat². Gewählt wird nach dem Verhältniswahlrecht, wie in den anderen nordeuropäischen Staaten ebenso. Die Wahlen sind direkt und geheim. Wahltag ist immer der dritte Sonntag im März, dieser Tag ist gesetzlich festgelegt. Die nächste Wahl ist somit am 20. März 2011.

Finnland ist in 6 Provinzen aufgeteilt, wobei Aland weitgehenden Autonomiestatus genießt. Das zeigt sich auch im Wahlsystem: Aland entsendet immer einen Abgeordneten in den finnischen Reichstag, um bei Entscheidungen Aland betreffend auch vertreten zu sein. Dieser Abgeordnete wird mit Mehrheitswahlrecht gewählt. Der Abgeordnete, unabhängig seiner eigenen Parteizugehörigkeit, schließt sich immer der Parlamentsfraktion der Schwedischen Volkspartei an.

Es gibt in Finnland 15 Wahlkreise, die je nach Populationsdichte bestimmt wurden. Die Anzahl der entsendeten Abgeordneten hängt von der Einwohnerzahl des Bezirks ab und wird vom Staatsrat festgelegt. Im Vergleich entsendete Lappland 1995 acht Abgeordnete, Helsinki hingegen 19². Jede Partei stellt zur Wahl für ihren Wahlkreis eine Kandidatenliste auf, nach der dann die Abgeordneten gewählt werden. Mit seiner Stimme hat ein Finne direkten Einfluss auf den Rang eines Kandidaten auf der Liste und auf die Kräfteverteilung der Parteien an sich.

In Finnland besitzt jeder Wahlberechtigte gleichzeitig aktives und passives Wahlrecht, ausgenommen jedoch Angehörige des Militärs, Justizkanzler, Justizombudsmann und Mitglieder der obersten Gerichtshöfe².


Seit 1. März 2000 ist das Amt des Staatspräsidenten mit Tarja Kaarina Halonen¹ besetzt, der ersten Frau an der Spitze Finnlands. Ihre Bestätigung erlangte sie 2006 mit 51,8%³. Derzeitiger Regierungschef und Ministerpräsident ist Matti Vanhanen, Zentrumspartei¹. Er steht einer Koalitionsregierung aus Zentrumspartei, der konservativen Sammlungspartei, Schwedischer Volkspartei und Grünen vor. Die Opposition bilden daher Sozialdemokraten, Linksbund, Finnische Christdemokraten und Basisfinnen. Derzeit gibt es 19 eingetragene Parteien in Finnland.
Halonen ist mit Alexander Stubb (Außenminister) für die Außenpolitik verantwortlich. Derzeitiger Finanzminister ist Jyrki Katainen.

Die aktuelle Verfassung Finnlands ist seit dem 1. März 2000 in Kraft⁴. In der Verfassungsreform wurde vor allem die Macht des Präsidenten eingeschränkt, so dass dem Parlament und der Regierung mehr Aufgaben zufallen.
Die Verfassungstätigkeit wird in Finnland von normalen Gerichten überprüft, es gibt kein gesondertes Verfassungsgericht.

Das nördlichste Land der EU hat ein Bruttoinlandsprodukt von 29.000€ pro Kopf (2007)⁵. Im EU Ministerrat hat Finnland sieben Stimmen, im europäischen Parlament wird Finnland mit 13 Sitzen vertreten⁵.
Durch den Einfluss der EU mussten viele Gesetze und Regelungen in Finnland modernisiert werden. Das finnische Rechtssystem gilt aber als sehr konstant und wurde nur selten geändert. Die neuen Regulierungen der EU machten aber einen Wandel notwendig.
Der EU Beitritt Finnlands wurde stark diskutiert. Nach Finnlands Erfahrungen in Kriegen, bemüht sich das Land als neutral zu gelten und sich militärisch nicht einzumischen. Ein Zugeständnis an die EU war daher ein sehr brisantes Thema und wird immer noch nicht vollständig akzeptiert.




Weitere Informationen zur Regierung findet man hier.






Quellen:
¹http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Finnland.html
²Ismayr, Wolfgang (Hrsg.): Die politischen Systeme Westeuropas, Wiesbaden: VS Verlag, 2009, S.244
³http://yle.fi/vaalit/videot/id19599.html
⁴http://www.finlex.fi/pdf/saadkaan/E9990731.PDF
⁵http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Europa/EUErweiterung/Laenderinformationen/finnland.html
http://www.government.fi/ (Übrige Informationen)

Schwedisches Königspaar in Finnland zu Besuch

25. August 2009 um 19:40 | Veröffentlicht in Allgemein, Nachrichten aus Finnland | Hinterlasse einen Kommentar
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Das schwedische Königspaar, König Karl Gustav XVI. und Königin Silvia, sind derzeit in Finnland zu Besuch. Die zweitägige Reise begann in Naantali, wo das Königspaar Staatspräsidentin Tarja Halonen traf.

Das Thema der Reise ist das Jahr 1809. Vor 200 Jahren verlor Schweden Finnland an Russland. Finnland war zuvor fast 700 Jahre Teil des schwedischen Königreichs. Dienstag bzw heute ist das Königspaar auch in Turku, morgen wird es seine Reise in Tampere abschließen.

yle.fi

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